12. Mrz 2008 17:29
Zunächst als «Schwatzbude» verschrien, kann das EU-Parlament inzwischen auf eine stolze Geschichte zurückblicken. Beim Festakt in Straßburg betonten die Redner die wachsende Bedeutung des Parlaments.
Die Machterweiterung des Parlaments in den bisherigen 50 Jahren sei kein Grund zur Selbstzufriedenheit, «wir haben für unsere Rechte gekämpft», sagte Pöttering. «Wenn der Reformvertrag von Lissabon erwartungsgemäß zum 1. Januar 2009 in Kraft tritt, dann wird das Europäische Parlament in nahezu hundert Prozent europäischer Gesetzgebung gleichberechtigt sein mit dem Ministerrat», sagte der CDU-Politiker in einem WDR-Interview. An der Feier nahmen zahlreiche Vertreter nationaler Parlamente und ehemalige Präsidenten des Europaparlaments teil, darunter der deutsche Christdemokrat Egon Klepsch und der Sozialdemokrat Klaus Hänsch. Der amtierende EU-Ratspräsident, der slowenische Ministerpräsident Janez Jansa, unterstrich «die führende Rolle des EU-Parlaments bei Menschenrechten und im interkulturellen Dialog». Auch durch den Kontakt zu anderen Parlamenten bereichere es die Europäische Union, sagte Jansa.
EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso sagte, ein starkes Europaparlament sei ein unverzichtbarer Partner für die anderen EU-Institutionen. Mit dem Reformvertrag von Lissabon werde auch die Kommission gestärkt, da ihre doppelte Legitimierung durch das EU-Parlament und die Regierungen ausgeweitet werde, sagte er.