Chinesische Bevölkerungsplanung: 

netzeitung.deChina erwartet Babyboom trotz Ein-Kind-Politik

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Idealerweise soll jedes Ehepaar nur ein Kind haben (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Idealerweise soll jedes Ehepaar nur ein Kind haben
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Minister Weiqing will mindestens noch zehn Jahre an der bisherigen Familienpolitik festhalten. Trotzdem steht dem Land ein Zuwachs an Geburten bevor.

Der chinesische Familienplanungsminister Zhang Weiqing erwartet «ernsthafte Probleme» und «zusätzlichen Druck auf die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung» des Landes, sollte die Volksrepublik die Ein-Kind-Politik nicht fortsetzen. Eine Änderung sei frühestens in zehn Jahren zu denken, sagte Weiqing der «China Daily».

Trotzdem der Ein-Kind-Politik rechnet China nach seinen Worten mit einem Babyboom. Denn rund 200 Millionen Chinesen erreichen das fortpflanzungsfähige Alter. China ist mit 1,3 Milliarden Menschen das bevölkerungsreichste Land der Welt. Als Folge der Ende der siebziger Jahre begonnenen strengen Familienplanungspolitik sind nach offiziellen Berechnungen etwa 400 Millionen Geburten verhindert worden.

Ausnahmen für Minderheiten und Bauern
Kritiker im In- und Ausland sehen die Folgen dieses historisch beispiellosen Experiments der Geburtenbeschränkung skeptisch. Der Anteil der alten Menschen in China wächst, deren Unterhalt von immer weniger jungen Menschen finanziert werden muss. Nur eine Minderheit der Alten verfügt über eine Rente und eine Krankenversicherung. Zudem werden weibliche Föten gezielt abgetrieben, weil die Familien sich Söhne wünschen.

Die Ein-Kind-Politik kennt Ausnahmen für Minderheiten und Bauern. Nach Angaben der Familienplanungsbehörde dürfen derzeit 35,9 Prozent der Chinesen - vor allem in großen und mittleren Städten - nur ein Kind bekommen. Eheleute, die selbst ohne Geschwister aufgewachsen sind, können zwei Kinder haben.

Auf dem Land bestehen zahlreiche Sonderregelungen. So dürfen die Hälfte der chinesischen Familien ein zweites Kind bekommen, wenn das erste Baby eine Tochter ist. Erzwungene Abtreibungen verursachen bis heute viel Leid. (epd/AP)