Sozialistenchef François Hollande sprach dagegen von einer «Warnung» an die Regierung. Die Wähler wollten Sarkozy zu einer anderen Politik bewegen, sagte Hollande, der selbst mit 72 Prozent als Bürgermeister von Tulle (Mittelfrankreich) bestätigt wurde. Die sozialistische frühere Präsidentschaftskandidatin Ségolène Royal sprach von einer «Abstrafung der Machthaber» und rief die Linke auf, jetzt «überall mit der Modem Bündnisse einzugehen». Der sozialistische Pariser Bürgermeister Bertrand Delanoë, der Hollande als Oppositionsführer ablösen will, gewann den ersten Wahlgang mit 41,9 Prozent und einem Vorsprung von 14 Prozentpunkten vor der UMP-Kandidatin. In Bordeaux wurde der konservative Ex- Premierminister Alain Juppé, der von Sarkozy nach seiner Niederlage bei der Parlamentswahl 2007 zum Rücktritt aus der Regierung gezwungen worden war, klar als Bürgermeister bestätigt. Lyon bleibt in der Hand der Sozialisten.
Die rechtsradikale Nationale Front, die aus Finanzmangel nur noch in wenigen Städten antrat, konnte sich regional behaupten. So kam die Tochter des Parteichefs Jean-Marie Le Pen, Marine Le Pen, in Henin- Beaumont bei Calais mit 30 Prozent in die Stichwahl. Die Modem kam in mehreren Städten als Zünglein an der Waage in eine starke Position, blieb aber unter ihren Erwartungen. (dpa)