Die PML-N hatte sich bislang außerdem für die sofortige Wiedereinsetzung der Musharraf-kritischen Richter ausgesprochen. Die von Bhutto-Witwer Zardari geführte PPP wollte eine direkte Konfrontation mit dem Ex-Militärmachthaber vermeiden. Die PPP war als klarer Sieger aus der Wahl am 18. Februar hervorgegangen, gefolgt von der PML-N. Die Abstimmung war als Referendum gegen Musharraf gewertet worden, der Rücktrittsforderungen aber ablehnt. Die Musharraf unterstützende und bisher regierende Muslim-Liga (Quaid) landete abgeschlagen auf dem dritten Platz. Musharraf hatte am Freitag gesagt, er wolle das Parlament innerhalb von zwei Wochen einberufen. Er werde die neue Regierung voll unterstützen, «wenn Frieden gewahrt wird».
Musharraf hatte sich noch vom alten Parlament für eine weitere Amtszeit von fünf Jahren als Präsident bestätigen lassen. Seine Gegner hatten dagegen vor dem Verfassungsgericht geklagt, weil Musharraf zum Zeitpunkt der Abstimmung noch Armeechef war. Kurz vor einer Entscheidung verhängte Musharraf am 3. November den Ausnahmezustand. Der Präsident tauschte den obersten Richter des Verfassungsgerichts, Iftikhar Chaudhry, und weitere Kritiker durch Gefolgsleute aus, die die Rechtmäßigkeit der Wahl bestätigten. (dpa)