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Warnung aus Brüssel: 

EU-Studie sieht Klimawandel als Sicherheitsrisiko

07. Mrz 2008 15:17
Wo das Wasser fehlt, bricht Streit aus
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Die Erderwärmung heizt dem Bericht zufolge Konflikte besonders in bevölkerungsreichen Regionen an. Der Kampf um knappes Wasser werde zu «erheblichen Unruhen» führen. Europa müsse handeln.

Die Folgen des Klimawandels bedrohen die Sicherheit der Europäischen Union. Dies geht aus einem Bericht hervor, über den die Staats- und Regierungschefs der EU bei einem Gipfeltreffen in der kommenden Woche in Brüssel beraten. «Der Klimawandel wird die politischen Verstimmungen zwischen jenen, die am meisten für den Klimawandel verantwortlich sind, und jenen, die am meisten von ihm betroffen werden, verschärfen», heißt es in dem von der EU-Kommission und dem EU-Ministerrat gemeinsam erarbeiteten Papier.

Selbst wenn es gelinge, den Temperaturanstieg bis 2050 auf zwei Grad zu begrenzen, gebe es «ernste Gefahren für die Sicherheit, die sich noch verschärfen würden, wenn die Erwärmung größer sein sollte». «Die entscheidende Herausforderung ist, dass der Klimawandel jene Staaten und Regionen bedroht, die ohnehin schon anfällig und konfliktgefährdet sind», stellt der Bericht fest.

Das Papier soll nach Angaben von EU-Diplomaten offiziell vom Gipfel gebilligt werden, um die Auswirkungen der Erderwärmung auf Frieden und Sicherheit stärker ins öffentliche Bewusstsein zu bringen.

Menschen an Küsten bedroht

Der nicht mehr vermeidbare Klimawandel werde für Knappheit von Trinkwasser, den Verlust von Ackerflächen und sinkende Fischbestände sorgen. «Wasserknappheit ist geeignet, zu Unruhen und zu erheblichen wirtschaftlichen Verlusten auch in funktionierenden Volkswirtschaften zu führen», warnt der Bericht.

In Regionen unter starkem Bevölkerungsdruck sei damit zu rechnen, dass bestehende Konflikte um Ressourcen angeheizt würden. Zugleich bedrohe der Anstieg des Meeresspiegels wegen schmelzenden Eises die Menschen in den Küstengebieten - ein Fünftel der Weltbevölkerung. Die Ostküsten Chinas und Indiens, die Karibik und Mittelamerika seien besonders betroffen.

Streit um Energieressourcen in Polarregionen

Ganze Staaten – vor allem kleine Inseln – werden dem Papier zufolge verschwinden. Ganz besonders weist es auf neue Konflikte um Staatsgrenzen und Territorien hin, die im internationalen Recht, vor allem dem Seerecht, noch gar nicht berücksichtigt seien. Energieressourcen in den Polarregionen seien zwar künftig besser nutzbar, doch werde es Streit um die Frage geben, wer sie nutzen dürfe. Dafür sei das Setzen einer russischen Flagge unter dem Nordpol nur ein Beispiel.

Europa müsse sich «auf wesentlich stärkeren Migrationsdruck einstellen». Bis 2020 werde es «Millionen» Menschen geben, die vor den Umweltproblemen flüchteten. Der Klimawandel werde vor allem in schwachen Staaten zur Radikalisierung und zu Spannungen zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen führen.

Europa muss aktiv werden

Europa müsse politisch aktiv werden, weil es in Afrika und dem Nahen Osten gleich zwei Regionen als Nachbarn habe, die vom Klimawandel besonders betroffen seien. In Nordafrika drohe der Verlust von drei Vierteln des landwirtschaftlich nutzbaren Landes, im Nahen Osten sei akuter Wassermangel vorhersehbar.

Der Bericht schlägt vor allem einen besseren internationale Informationsaustausch sowie die Schaffung von Frühwarnsystemen vor. Auch müsse mehr zur Linderung der Folgen des Klimawandels getan werden. (dpa)

 
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