Krise in Südamerika:
Correa und Chávez fordern Ächtung Kolumbiens
06. Mrz 2008 10:48
 |  Venezuelanischer Soldat an der Grenze zu Kolumbien | Foto: AP |
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Das Säbelrasseln geht weiter. Nachdem Ecuador und Venezuela starke Truppenverbände im Grenzgebiet in Stellung gebracht haben, stellen sich die Präsidenten beider Staaten auf Krieg mit dem Nachbarn Kolumbien ein.
Erst nach einer entschiedenen Verurteilung Kolumbiens von Seiten der internationalen Gemeinschaft könne sich die zugespitzte Lage nach dem Angriff Kolumbiens auf Rebellenstützpunkte in Ecuador wieder entschärfen. Mit diesem gemeinsamen Statement haben die Präsidenten Ecuadors und Venezuelas, Rafael Correa und Hugo Chávez, am Mittwochabend eine Resolution der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) als zu milde verworfen.
Die OAS hatte bei einer Krisensitzung in Washington den kolumbianischen Militärschlag gegen Farc-Rebellen in Ecuador als Verletzung der Souveränität des Nachbarlandes bezeichnet. Der Text, auf den sich zuvor die Vertreter Kolumbiens und Ecuadors geeinigt hatten, enthielt indes keine Verurteilung Kolumbiens.
Verletzung der Souveränität
«Wir sind darüber erfreut, aber noch nicht zufrieden», kommentierte Correa den OAS-Beschluss. Auf Antrag Ecuadors und Venezuelas wird der Militärschlag darin als Verletzung der Souveränität Ecuadors kritisiert. Als einziges OAS-Mitglied sicherten die USA Kolumbien ihre rückhaltlose Unterstützung zu. Die Regierung in Bogota hat ihre Aktion damit gerechtfertigt, dass Ecuador und Venezuela den Farc-Rebellen Unterschlupf gewährten. Bei dem Angriff wurden am Samstag Farc-Vizechef Raul Reyes und 22 weitere Rebellen getötet.
Chávez fordert Sanktionen gegen Kolumbien
Chávez verurteilte den Militärschlag als Kriegsverbrechen und kündigte Wirtschaftssanktionen gegen Kolumbien an. Der Handel werde eingeschränkt, Venezuela wolle keine kolumbianischen Investitionen mehr, sagte er am Mittwoch. Die venezolanischen Streitkräfte haben inzwischen fast 9000 Soldaten an die Grenze zu Kolumbien verlegt, Ecuador rund 3200 Mann. Der kolumbianische Präsident Alvaro Uribe teilte indessen mit, er werde seine Truppen im Grenzgebiet nicht verstärken und werde sich auch nicht in einen Krieg mit seinen Nachbarn hineinziehen lassen.
 |  Geografische Linien des südamerikanischen Konflikts | Foto: AP |
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Unterdessen bot der französische Präsident Nicolas Sarkozy seine Vermittlung an. Er werde bald Brasilien besuchen und sei dann auch bereit, nach Kolumbien und Venezuela zu reisen, um die Spannungen zu mildern, sagte Sarkozy in einer am Mittwoch im kolumbianischen Fernsehen ausgestrahlten Ansprache. Zugleich rief er die Farc dazu auf, die Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt freizulassen. Damit könnten die Rebellen ein Zeichen setzen, dass sie keine Terroristen seien. Betancourt, die sowohl die kolumbianische als auch die französische Staatsbürgerschaft besitzt, wurde 2002 verschleppt. Sarkozy sagte, ihre Freilassung sei ihm selbst eine persönliche Verpflichtung und eine nationale Angelegenheit für Frankreich. (AP)