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Konflikt mit Kolumbien: 

Venezuela schließt Truppenaufmarsch ab

05. Mrz 2008 23:19
Venezuelas Verteidigungsminister Gustavo Rangel
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Zehn Panzer-Bataillone hat Venezuela an die Grenze geschickt. Während die Diplomaten wenigstens einen kleinen Erfolg erzielten, nimmt ein Staatschef kein Blatt vor den Mund.

Venezuela hat den Aufmarsch seiner Streitkräfte an der Grenze zu Kolumbien weitgehend abgeschlossen. Die Militärführung in Caracas teilte am Mittwoch mit, von den zehn Panzer-Bataillonen, deren Verlegung Präsident Hugo Chávez angeordnet hatte, seien 85 Prozent an ihren Stationierungsorten eingetroffen. Insgesamt sollen etwa 8000 Mann den Marschbefehl erhalten haben. In Ecuador gab es keine genauen Angaben über den Umfang des Militäraufmarsches. In unbestätigten Medienberichten war von 3200 Soldaten die Rede. Sowohl Ecuador als auch Venezuela hatten schon zuvor die diplomatischen Beziehungen zu Kolumbien abgebrochen.

Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) hat bei einer Krisensitzung in Washington den kolumbianischen Militärschlag gegen linke FARC-Rebellen in Ecuador als Verletzung der Souveränität des Nachbarlandes bezeichnet. Der Text, auf den sich zuvor die Vertreter Kolumbiens und Ecuadors geeinigt hatten, enthielt keine Verurteilung Kolumbiens. Damit gingen beide Seiten am Mittwoch erstmals wieder aufeinander zu. Ecuador und Venezuela hatten zuvor tausende zusätzliche Soldaten an den Grenzen zum Nachbarn Kolumbien aufmarschieren lassen.

Die Konfliktparteien erhoben weiter schwere Vorwürfe gegeneinander. Ecuadors Präsident Rafael Correa bezeichnete den konservativen kolumbianischen Präsidenten Alvaro Uribe als Chef einer «Schurken-Regierung». Bei einem Besuch in Brasilien forderte er die OAS auf, die «Unverletzlichkeit des Territoriums» Ecuadors zügig festzustellen. Dies sei der Augenblick, in dem die internationalen Organisationen ihr Funktionieren unter Beweis stellen müssten, sagte er nach einem Treffen mit Brasiliens Präsidenten Luiz Inacio Lula da Silva.

Sarkozy telefoniert mit Chávez

Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy rief beide Länder zur Besonnenheit auf. In einem Telefonat mit Chávez habe Sarkozy die Forderung wiederholt, alle beteiligten Konfliktparteien mögen Zurückhaltung und Verantwortungsbewusstsein an den Tag legen, teilte das Präsidialamt in Paris mit. Beide Präsidenten hofften, dass der Konflikt die Bemühungen um eine Freilassung der FARC-Geiseln nicht behindern werde. Unter den seit Jahren Verschleppten ist auch die frühere Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt.

Bei dem kolumbianischen Angriff in Ecuador waren nach ecuadorianischen Angaben neben Raúl Reyes, der Nummer Zwei der marxistischen Rebellengruppe «Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens» (FARC), auch 21 weitere Rebellen getötet worden. Nach der Bombardierung waren kolumbianische Bodentruppen nach Ecuador eingedrungen, um Reyes' Leiche nach Kolumbien zu bringen.

Zu seinem Nachfolger beriefen die Rebellen nach Medienberichten den 60-jährigen FARC-Kommandanten Milton de Jesús Toncel alias Joaquín Gómez. Er sei Anführer der schlagkräftigen Kampfgruppe Süd der Rebellen, hieß es. Die 1964 gegründete FARC ist die älteste und mit etwa 10.000 Männern und Frauen unter Waffen auch die stärkste Rebellen-Gruppe Kolumbiens. (dpa)

 
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