Die EU-Kommission bot allen Staaten des westlichen Balkans am Mittwoch eine engere Zusammenarbeit im Bereich Bildung und Wissenschaft an. So soll die Zahl der Stipendien für Studenten aus der Region deutlich erhöht werden. Verkehrskommissar Jacques Barrot will sich zudem um die Schaffung einer «Verkehrsgemeinschaft» zwischen der EU und dem Westbalkan bemühen. Angestrebt sind bessere rechtliche Rahmenbedingungen, um besonders private Investitionen in die Infrastruktur auf dem Balkan zu erleichtern.In einem Papier der Kommission wird Kroatien aufgefordert, den Streit um seine Fischereizone mit Italien und Slowenien rasch beizulegen, um die Beitrittsverhandlungen nicht zu gefährden. Bosnien-Herzegowina könne, wenn die Polizeireform beschlossen werde, noch im April ein Abkommen über eine Annäherung an die EU unterzeichnen. Von allen Staaten des westlichen Balkans (Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Kroatien, Mazedonien, Montenegro, Serbien) seien aber bis zu einem Beitritt zur EU noch Fortschritte in Sachen Rechtsstaatlichkeit, verantwortlicher Regierungsführung, Korruptionsbekämpfung und bei der Entwicklung der Zivilgesellschaft nötig.
Kostunica wies das Angebot der EU umgehend zurück. «Die Beschlüsse der Europäischen Kommission sind absolut nicht hinnehmbar», heißt es in einer am Mittwoch in Belgrad veröffentlichten Erklärung. «Jeder Bürger Serbiens weiß, dass das die Fortsetzung der brutalsten Verletzung des internationalen Rechts bedeutet». (AP/dpa)