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Kalter Krieg in Südamerika: 

Zwei ideologische Streithähne: Uribe und Chávez

05. Mrz 2008 15:18
Chavez begrüßt die Robin Hoods des 21. Jahrhunderts: die Farc
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Der eine ist auf US-Linie und wird als «Lakai des Imperiums» verhöhnt. Der andere ist Linkspopulist und wird als «Terroristen-Unterstützer» beschimpft. Die Protagonisten der Südamerika-Krise.

Im südamerikanischen Konflikt über einen kolumbianischen Feuerüberfall auf ein Rebellenlager in Ecuador stehen sich vor allem zwei grundsätzlich verschiedene Politiker gegenüber: der konservative kolumbianische Präsident Alvaro Uribe und der linkspopulistische venezolanische Staatschef Hugo Chávez.

Der kolumbianische Militäreinsatz in Ecuador war nach Einschätzung politischer Beobachter nur der Funke, der diesen Konflikt zwischen zwei ideologischen Richtungen zum Ausbruch gebracht hat. Während Uribes Weltsicht weitgehend deckungsgleich ist mit der von US-Präsident George W. Bush, steht Chávez immer mit einem Bein im Lager der «Achse des Bösen».

Die Robin Hoods des 21. Jahrhunderts

Für Chávez sind die Farc-Rebellen, die den kolumbianischen Staat schon seit mehr als 40 Jahren bekämpfen, so etwas wie moderne Robin Hoods, die für eine gerechtere Gesellschaftsordnung kämpfen. Für Uribe sind sie hingegen «feige Terroristen», die die Entwicklung seines Landes behindern, und die der Staat niederkämpfen muss. Die Tötung des Farc-Vizes Raúl Reyes am Samstag in Ecuador sei nur Ausdruck des Rechts auf Selbstverteidigung Kolumbiens. Die anderen lateinamerikanischen Länder mühten sich unter anderem bei einer Krisensitzung der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), einen Frontalzusammenstoß zu verhindern.

Die geografischen Linien der Konfliktparteien
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Auch der Stil der beiden Streithähne hat nichts miteinander gemein. Chávez hört sich selbst gern reden, oft auch stundenlang, und überzieht Uribe dabei mit Schmähungen, dass es unter normalen Verhältnissen Beleidigungsklagen hageln würde. Krimineller, Mafiosi, Lügner oder Lakai der USA sind nur eine kleine Auswahl der verbalen Entgleisungen des venezolanischen Präsidenten. Die Argumente beider Seiten haben dabei bisweilen operettenhafte Züge, wie ein Diplomat meinte.

Uribe strahlt eiserne Disziplin aus

Anders als der korpulente Chávez ist Uribe gertenschlank, wortkarg und strahlt eiserne Disziplin aus. Merkwürdig starr und mit unbewegter Miene wirft er Chávez und auch Ecuadors Präsidenten Rafael Correa gebetsmühlenhaft aber in der Form äußerst korrekt vor, Beziehungen zur marxistischen Rebellengruppe «Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens» (Farc) unterhalten zu haben.

Das ist angesichts der Tatsache, dass er selbst Chávez im vergangenen Jahr noch um Vermittlung im Drama um die Farc-Geiseln, darunter auch die frühere Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt, gebeten hatte, nicht wirklich verwunderlich. Dass er Chávez nun auch wegen des Vorwurfs der Unterstützung des «Völkermords durch die Farc» vor das Internationale Kriegsverbrechertribunal bringen will, versuchte Venezuelas Außenminister Nicolás Maduro als «lustigen» Einfall lächerlich zu machen.

Für die Wirtschaft eine Katastrophe

Weniger lustig dürften die Menschen in Kolumbien und Venezuela da schon die wirtschaftlichen Auswirkungen des Konflikts empfinden. Nachdem sowohl Venezuela und Ecuador schon ihre Truppen an den Grenzen zu Kolumbien zu verstärken begannen, ließ Chávez auch gleich die Grenze für den Warenverkehr schließen. Beide Länder sind aber im Verhältnis zueinander jeweils die zweitwichtigsten Handelspartner. Etwa 30 Prozent aller in Venezuela verkauften Lebensmittel und Konsumgüter stammt aus kolumbianischer Produktion.

Kolumbien bezieht im Gegenzug Erzeugnisse der Erdölindustrie, der Stahlindustrie und Aluminium sowie andere Rohstoffe aus dem Nachbarland. Für die Wirtschaft beider Länder wäre ein längerer Handelsstreit eine Katastrophe. Am meisten hätte nach Einschätzung von Zeitungskommentatoren Chávez zu befürchten, dessen Bevölkerung schon jetzt über Versorgungsengpässe murrt. (Jan-Uwe Ronneburger, dpa)

 
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