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Luftangriffe auf Ecuador: 

Kriegsdrohungen erschrecken Südamerikaner

03. Mrz 2008 17:46
Der ecuadorianische Präsident Correa
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Kolumbiens Präsident sei ein «Schoßhündchen des Imperiums» (USA) und der Übergriff auf das Territorium Ecuadors könnte einen Krieg auslösen, fürchtet Venezuelas Präsident Chavez. Die Angegriffenen drohen ebenfalls mit Krieg.

Viele Südamerikaner trauen ihren Ohren nicht. Venezuela und Ecuador verstärken ihre Truppen an der Grenze zu Kolumbien, Botschaften werden geschlossen, die Gefahr eines Krieges wird heraufbeschworen.

Am schärfsten äußerte sich wie schon so oft der linksgerichtete venezolanische Präsident Hugo Chávez. Der Übergriff der kolumbianischen Streitkräfte auf das Territorium Ecuadors und die Tötung des Vize-Chefs der FARC-Rebellen, Raúl Reyes, «könnte der Beginn eines Krieges in Südamerika sein». Und dann griff er Kolumbiens konservativen Präsidenten Alvaro Uribe frontal an. «Wenn Sie das in Venezuela machen, Freundchen, dann schicke ich Ihnen ein paar Suchoi (Kampfflugzeuge)», polterte er live im Fernsehen.

Auch Ecuadors Staatschef Rafael Correa äußerte sich empört, wies Kolumbiens Botschafter aus und schickte Truppen an die Grenze zum Nachbarland. Der frühere ecuadorianische Außenminister Jose Ayala rief die Regierung Kolumbiens zur Mäßigung auf. Sonst sei ein Krieg nicht auszuschließen, meinte auch er.

Bekannte Feindbilder

Chávez, der für seine rüden Äußerungen bekannt ist, pflegte unterdessen seine bekannten Feindbilder. Uribe beschimpfte er als einen «kriminellen Lakaien des Imperiums» (USA), der einer ebenso kriminellen Regierung vorstehe. Uribe sei «ein Schoßhündchen des Imperiums» und befolge lediglich die Befehle von US-Präsident George W. Bush. Das war selbst der ansonsten kritischen Opposition in Kolumbien zuviel.

Der Senator der Partei Polo Democrático, Gustavo Petro, forderte ein Ende dieser «Beleidigungen». Sonst würden beide Länder auf einen «kriegerischen Konflikt» zusteuern. Auch Oppositionsführer Carlos Gaviria äußerte sich empört über die «Beleidigungen» durch den Präsidenten eines Nachbarlandes. Die kolumbianischen Wirtschaftsverbände sicherten Uribe ihre Unterstützung zu, warnten aber zugleich vor einem Abbruch der Wirtschaftsbeziehungen zu den beiden wichtigen Handelspartnern Ecuador und Venezuela.

Jubel über den Tod des „Terroristen“

Wie tief die ideologischen Gräben zwischen den beiden linksgerichteten Präsidenten Correa und Chávez sowie Nicaraguas Daniel Ortega einerseits und dem konservativen Uribe andererseits inzwischen sind, zeigen auch Äußerungen zu Reyes. Während in Bogotá Jubel über den Tod des «Terroristen» herrschte, würdigte ihn Chávez als «guten Revolutionär». Die ecuadorianischen Behörden brachten drei verwundete FARC-Rebellinnen aus dem von Kolumbien zerstörten Lager in ein Krankenhaus der Hauptstadt Quito.

Ortega bezeichnete den getöteten Reyes als «Bruder» und übermittelte den Rebellen sein tief empfundenes «Beileid». In einem Punkt werden ihm sogar viele Kolumbianer zustimmen: «Uribe hat den Bemühungen um eine Freilassung der Geiseln in Kolumbien schweren Schaden zugefügt», sagte Ortega. (Jan-Uwe Ronneburger, dpa)

 
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