Säbelrasseln in Südamerika:
Venezuela gibt Ecuador Schützenhilfe
03. Mrz 2008 10:09, ergänzt 13:32
 |  Rafael Correa ist verärgert über Kolumbien | Foto: dpa |
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Als einen «kriminellen Lakaien des Imperiums» (USA) hat der venezolanische Präsident Chávez seinen konservativen kolumbianischen Amtskollegen Uribe beschimpft. Ecuador und Venezuela warnten vor Krieg.
Die Tötung eines Guerillaführers durch die kolumbianische Armee in Ecuador hat eine schwere Krise zwischen Kolumbien und seinen Nachbarn Ecuador und Venezuela ausgelöst. Der ecuadorianische Präsident Rafael Correa sagte am Sonntag in Quito, sein Land sei am Vortag «Opfer eines geplanten Luftangriffs mit anschließendem Eindringen von kolumbianischen Bodentruppen» geworden. In allen drei Ländern war von einer möglichen Kriegsgefahr die Rede.
Der linksgerichtete venezolanische Präsident Hugo Chávez beschimpfte seinen konservativen kolumbianischen Amtskollegen Alvaro Uribe als «kriminellen Lakaien des Imperiums» (USA). Er protestierte gegen die Militäraktion und ordnete die Schließung der Botschaft seines Landes in Bogotá an. Außerdem beorderte er nach eigenen Angaben zehn Bataillone seiner Armee in Richtung kolumbianische Grenze, darunter auch Panzer. Kolumbiens Militärschlag könne einen Krieg auslösen, warnte er.
«Listige Aggression»
Ecuadors Staatschef Rafael Correa geißelte die Tötung von Reyes als die bisher «schwerwiegendste, listigste und nachgewiesene Aggression von (Kolumbiens) Präsident (Alvaro) Uribe gegen Ecuador». Der frühere ecuadorianische Außenminister José Ayala warnte ebenso wie der kolumbianische oppositionelle Senator Gustavo Petro vor einer wachsenden Kriegsgefahr. Correa ignorierte eine Entschuldigung von Kolumbiens Außenminister Fernando Araújo, verwies den kolumbianischen Botschafter des Landes und entsandte Truppen an die Grenze zu Kolumbien. Ecuadors Staatschef Rafael Correa geißelte die Tötung von Reyes als die bisher «schwerwiegendste, listigste und nachgewiesene Aggression von (Kolumbiens) Präsident (Alvaro) Uribe gegen Ecuador». Der frühere ecuadorianische Außenminister José Ayala warnte ebenso wie der kolumbianische oppositionelle Senator Gustavo Petro vor einer wachsenden Kriegsgefahr.
Gegenseitige Schuldzuweisungen
Kolumbien reagierte zunächst mit einer halben «Entschuldigung» für den militärischen «notwendigen» Vorstoß über die Grenze hinweg. Dieser sei gleichwohl als Akt der Selbstverteidigung gerechtfertigt gewesen, sagte Außenminister Fernando Araújo. Anschließend griff Polizeichef Óscar Naranjo aber Correa scharf an. Der habe die Farc- Rebellen militärisch und politisch unterstützt, sagte Naranjo unter Berufung auf Dokumente, die in Computern von Reyes in dessen Lager gefunden worden seien. Damit habe Correa die Sicherheit Kolumbiens gefährdet. Dies sei eine «Lüge», konterte Ecuadors Vize- Verteidigungsminister, Miguel Carvajal.
Correra: «Massaker»
Die kolumbianische Luftwaffe hatte nach eigenen Angaben am Samstag ein Lager der marxistischen «Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens» (Farc) gleich hinter der Grenze zu Ecuador mit Streubomben angegriffen. Die Flugzeuge hätten den Luftraum Ecuadors nicht verletzt, aber über die Grenze hinweg geschossen, räumte Kolumbien ein. Anschließend seien Hubschrauber über die Grenze geflogen und hätten Bodentruppen in dem zerstörten Rebellenlager 1,8 Kilometer hinter der Grenze abgesetzt. Sie hätten die Leiche von Reyes und eines weiteren Farc-Anführers und anderes Material wie die Computer eingesammelt und nach Kolumbien gebracht. Correa sagte, 20 Farc-Mitglieder seien dabei «massakriert» worden. Das ecuadorianische Fernsehen zeigte Aufnahmen von dem zerstörten Lager. Es waren Leichen zwischen verkohlten Baumstümpfen, zerstörte Hütten und Sturmgewehre zu sehen. Ecuadorianische Soldaten fanden drei verletzte Rebellinnen, die in ein Militärkrankenhaus in Quito gebracht wurden. Bei einer der Frauen handele es sich um eine Mexikanerin. Bei der Aktion war auch ein kolumbianischer Soldat getötet worden.
Geiselaustausch gefordert
Die Farc, die von den USA und der Europäischen Union als Terrororganisation eingestuft werden, räumten den Tod von Reyes ein. Dieses Opfer «ehrt unseren Kampf», hieß es in einer Erklärung des Internetportals «Resistencia», die Experten für authentisch hielten. Zugleich betonten sie, die Bemühungen um einen Austausch von etwa 40 entführten Militärs, Polizisten und Politikern, darunter die schwer kranke frühere Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt, gegen etwa 500 inhaftierte Rebellen müsse fortgesetzt werden.(epd/AP)