«Schwerste Gefechte seit Sechs-Tages-Krieg»:
Ban beschwört Ende der Nahost-Gewalt
02.03.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Trotz aller Appelle zur Beendigung der Gewalt will die israelische Armee ihren Militäreinsatz im Gazastreifen mindestens bis kommenden Mittwoch fortsetzen. Dann werde das Sicherheitskabinett über das weitere Vorgehen beraten, berichtete der israelischen Rundfunk am Sonntag. Zuvor hatte der UN- Sicherheitsrat in New York Israel und die Palästinenser aufgefordert, die Gewalt zu beenden. In einer Erklärung äußerten sich die Mitglieder auch besorgt über die hohe Zahl ziviler Opfer.
Israel hat am Sonntagmorgen nach Angaben einer Armeesprecherin acht Luftangriffe auf den Gazastreifen geflogen. Nach palästinensischen Angaben wurden dabei zwei Palästinenser in Dschabalia getötet. Damit hat sich die Zahl der Todesopfer an diesem Wochenende auf 64 erhöht.
Die radikalislamische Hamas-Organisation rief eine dreitägige Trauer aus. Militante Palästinenser setzten am Sonntag den Beschuss Israels mit Kassam-Raketen und Mörsergranaten fort. Nach Berichten des israelischen Onlinedienstes Y-Net bestätigte die Armee den Angriff. Außerdem seien Werkstätten, in denen militante Palästinenser Waffen hergestellt hätten, attackiert worden, hieß es. «Israel hat eine rote Linie überschritten», zitierte Y-Net einen Hamas-Sprecher nach dem Angriff auf Hanijas Amtssitz.
Nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums handele es sich um die höchste Opferzahl bei einem israelischen Militäreinsatz seit dem Sechs-Tage-Krieg 1967. Israelische Soldaten waren mit Panzern in die Stadt Dschabalia eingerückt. Dort kam es zu Kämpfen mit militanten Palästinensern. Auch wurden wiederholt Luftangriffe geflogen. Unter den Opfern waren nach palästinensischen Angaben mindestens elf Kinder.
Vor dem Hintergrund der israelischen Militäroperation sagte die Palästinenserführung die Friedensgespräche mit der israelischen Regierung ab. Chefunterhändler Ahmed Kureia habe dies der israelischen Außenministerin Zipi Liwni mitgeteilt, bestätigte Liwnis Sprecher Arye Mekel. Israel bedauere diese Entscheidung, die in die Hände der Hamas spiele. Mekel betonte allerdings, dass die Friedensverhandlungen jederzeit wieder aufgenommen werden könnten. (dpa)

