Papst fordert Freilassung: 

netzeitung.deKatholischer Erzbischof im Irak entführt

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Die Christen im Irak benötigen besonderen Schutz (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Die Christen im Irak benötigen besonderen Schutz
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Das Schicksal eines Oberhaupts der Chaldäisch-Katholischen Kirche besorgt die christliche Minderheit im Irak. Diese muss sich seit der US-Invasion mit Anfeindungen von Islamisten auseinandersetzen.

Eine Gruppe bewaffneter Männer hat am Freitag den katholischen Erzbischof der nordirakischen Stadt Mossul entführt. Die zwei Leibwächter und der Fahrer von Paulos Faradsch Rahho wurden dabei getötet. Papst Benedikt XVI. appellierte in Rom umgehend an die «Vernunft und die Menschlichkeit» der Entführer und forderte die Freilassung des chaldäisch-katholischen Bischofs.

Der Bischof kam gerade aus einer Kirche, in der er eine Messe gelesen hatte, als ihn die Männer überwältigten, wie die irakischen Behörden mitteilten. Dies lasse auf einen gezielten Angriff auf den Bischof schließen, hieß es dazu im Vatikan. Der 65-jährige Kirchenführer gehört zur Chaldäisch-Katholischen Kirche, die den ostsyrischen Messritus pflegt, den Papst jedoch als oberste Autorität anerkennt.

Tausende Christen mussten fliehen
«Diese Entführung eines Mitgliedes des christlichen Klerus wird unsere Angst und unsere Sorgen zur Situation der Christen im Irak weiter anwachsen lassen», sagte Erzbischof Andreos Abuna, ein enger Vertrauter des Oberhauptes der Chaldäer im Irak, Kardinal Emmanuel Delly III.

Die Glaubensrichtung der Chaldäer ist die stärkste Gruppierung unter rund einer Million Christen, die im Irak leben. Tausende irakische Christen haben das Land seit der Invasion der US-Truppen 2003 jedoch verlassen. Grund sind meist die Drohungen der Islamisten, die sie als «Kreuzzügler» anfeinden, und die Gefahr durch bewaffnete Banden. (AP)