Gefechte im Gazastreifen: 

netzeitung.deIsrael tötet Hamas-Kämpfer und Zivilisten

 Herausgeber: netzeitung.de

Israels Militär reagierte auf Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Israels Militär reagierte auf Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Mit drei Raketenangriffen rächt sich Israel für den fortwährenden Beschuss seiner Grenzstädte. Die neue Welle der Gewalt erlebt eine deutsche Ministerin derzeit aus der Nähe.

Bei einer neuen Welle der Gewalt sind am Mittwoch im Gazastreifen und in der israelischen Grenzstadt Sderot mindestens zwölf Palästinenser und ein israelischer Student getötet worden. Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul, die sich zur Zeit in der Region aufhält, rief Israel und die Palästinenser zu einem Ende der Gewalt auf. «Gewalt ist keine Antwort», sagte die SPD-Politikerin in Jerusalem. Wieczorek-Zeul forderte beide Konfliktparteien auf, ihre Verpflichtungen aus dem Nahost-Friedensplan umzusetzen.

Die israelische Armee tötete am Mittwoch mit drei Raketenangriffen insgesamt sieben Hamas-Kämpfer und drei palästinensische Zivilisten im Gazastreifen. Eine israelische Militärsprecherin sprach von einer Reaktion auf den fortwährenden Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen. Nach palästinensischen Angaben wurde in der Nacht zum Mittwoch auch ein Mitglied der militanten Palästinenserorganisation Islamischer Heiliger Krieg getötet. Bei einem israelischen Armee-Einsatz in Nablus im Westjordanland kam nach palästinensischen Angaben ein weiterer Palästinenser ums Leben.
Tod eines Studenten in Sderot
Kämpfer des militanten Armes der Hamas-Organisation feuerten am Mittwoch mindestens 35 Kassam-Raketen aus dem Gazastreifen auf israelische Grenzstädte ab. Dabei kam nach Polizeiangaben ein Student ums Leben. Der junge Mann habe in seinem Auto auf einem Parkplatz des Sapir-College in Sderot gesessen, als in unmittelbarer Nähe eine Rakete explodiert sei. Die Splitter der Rakete hätten wahrscheinlich zu den tödlichen Verletzungen geführt. Zwei weitere Raketen trafen den Angaben zufolge ein Haus in Sderot sowie eine Fabrikhalle.

In einer Reaktion des Büros von Ministerpräsident Ehud Olmert heißt es, Israel werde alle zur Verfügung stehenden Mittel ergreifen und alle Gelegenheiten nutzen, um den mörderischen Beschuss mit Kassam-Raketen zu beenden. Israel sei entschlossen, seine Bürger zu verteidigen.

«Al Qaeda hat Fuß gefasst»
Palästinenserpräsident Mahmud Abbas warf der radikal-islamischen Hamas vor, sie habe ein Bündnis mit dem Terrornetzwerk Al Queda von Osama bin Laden geschmiedet. In einem am Mittwoch veröffentlichten Interview der arabischen Zeitung «Al-Hayat» erklärte Abbas: «Ich bin überzeugt, dass Al Qaeda inzwischen in den palästinensischen Gebieten Fuß gefasst hat, vor allem in Gaza, und die Hamas hat dies zu verantworten.»

Hamas wies die Vorwürfe umgehend zurück. Abbas liefere Israel einen Vorwand, den Gazastreifen anzugreifen und die Wirtschaftssanktionen zu verschärfen, heißt es in einer Erklärung der von Hamas geführten Innenbehörde des Gazastreifens. Hamas warf Abbas in diesem Zusammenhang eine gezielte Medienkampagne vor. Deren Ziel sei es, die Sicherheit im Gazastreifen zu schwächen. (dpa)