Kandidaten für Friedensnobelpreis: 

netzeitung.deKohl, Bono und Geldof stehen auf Osloer Liste

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Helmut Kohl hält seine Lebensleistung für äußerst preiswürdig (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Helmut Kohl hält seine Lebensleistung für äußerst preiswürdig
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

2007 bekam ein US-Klimaschützer den Friedensnobelpreis. Wie wäre es mal wieder mit einem Staatsmann? Altkanzler Kohl ist unter den 197 Aspiranten. Aber dieser Kreis wird schnell verkleinert.

Für den Friedensnobelpreis sind in diesem 197 Kandidaten beim norwegischen Nobelkomitee offiziell vorgeschlagen worden. Wie das Osloer Nobelinstitut am Mittwoch weiter mitteilte, gelten 164 der Vorschläge Einzelpersonen und 33 Organisationen. Nur einmal seit der ersten Vergabe des berühmtesten Preises der Welt 1901 waren mehr Vorschläge eingegangen, nämlich 2005, als das Komitee unter 199 Kandidaten wählen konnte.

Institutschef Geir Lundestad verweigerte wie üblich Angaben zu Namen von Kandidaten. Er sagte, es seien mehr Männer als Frauen nominiert. Lundestad erklärte, das Komitee habe sich schon auf eine verkürzte Liste verständigt. Normalerweise stünden auf ihr 30 bis 35 Namen. Auf der nächsten Sitzung des Komitees im April werde sie weiter auf etwa zehn Namen zusammengestrichen.

Unter möglichen Anwärtern auf die diesjährige Vergabe nannte der norwegische TV-Sender NRK unter anderem den finnischen Ex-Präsidenten Martti Ahtisaari sowie Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl. Sie gehören ebenso zum alljährlichen Anwärterkreis wie der chinesische Menschenrechtler Wei Jingsheng, der israelische «Atomspion» Mordechai Vanunu sowie die irischen Rockmusiker Bob Geldof und Bono wegen ihres Einsatzes für die Entwicklungsländer.

Die Entscheidung wird im Oktober bekanntgegeben. Im vorigen Jahr hatten sich der frühere US-Vizepräsident Al Gore und der UN-Klimarat die mit zehn Millionen schwedischen Kronen (1,1 Millionen Euro) dotierte Auszeichnung geteilt. Letzter deutscher Träger des Friedensnobelpreises war 1971 der damalige Bundeskanzler Willy Brandt. Die Vorschlagsfrist läuft jeweils am 1. Februar aus. (dpa/AP)