Vor Parlamentswahl in Spanien: 

netzeitung.deZapatero führt hitziges TV-Duell gegen Rajoy

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José Luis Rodríguez Zapatero (links) und Mariano Rajoy (rechts) nebst TV-Moderator (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe José Luis Rodríguez Zapatero (links) und Mariano Rajoy (rechts) nebst TV-Moderator
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Vor allem der Umgang mit der Eta und die Lage der Wirtschaft haben für Streit zwischen dem Regierungschef und seinem Herausforderer gesorgt. In zwölf Tagen wählt Spanien ein neues Parlament.

Knapp zwei Wochen vor den Parlamentswahlen in Spanien haben Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero und Oppositionsführer Mariano Rajoy einander eine heftige Debatte im Fernsehen geliefert. Die Diskussion in der Nacht zum Dienstag war das erste TV-Duell von Spitzenkandidaten in Spanien seit 15 Jahren. Sie war von scharfen Angriffen des sozialistischen Regierungschefs und des konservativen Herausforderers geprägt.

Im Mittelpunkt der Debatte standen Wirtschaftsfragen, der baskische Separatismus und die Einwanderung. Rajoy hielt dem Ministerpräsidenten vor, dass es den Spaniern jetzt schlechter gehe als vor vier Jahren. Dagegen beschuldigte Zapatero den Oppositionsführer, die politische Atmosphäre vergiftet zu haben und der Regierung die Unterstützung im Kampf gegen den Terrorismus der baskischen Untergrundorganisation Eta zu versagen.

Rajoy griff Zapatero in der Debatte wiederholt wegen dessen fehlgeschlagener Friedensgespräche mit der Eta an. Unter anderem verwies er auf das jüngste Eingeständnis Zapateros, wonach die Regierung auch nach dem Ende des Waffenstillstands der Eta 2006 noch mit der Organisation in Kontakt gewesen sei. «Sie haben gelogen. Sie haben das ganze spanische Volk zum Narren gehalten», sagte Rajoy. «Sie waren diejenigen, die gelogen haben», gab Zapatero zurück.

Er spielte damit auf die Anschläge auf Vorstadtzüge 2004 in Madrid an, denen 191 Menschen zum Opfer fielen. Die damalige konservative Regierung hatte zunächst die Eta für die Attentate verantwortlich gemacht und Hinweise auf eine Verwicklung des Terrornetzwerks Al Kaida verschwiegen. Die Sozialisten gewannen die Parlamentswahl wenige Tage nach den Anschlägen. Zapatero erinnerte daran, dass seine erste Amtshandlung der Abzug der spanischen Truppen aus dem Irak gewesen sei.

Nach einer Umfrage des privaten Fernsehsenders Cuatro meinten 45,4 Prozent der Zuschauer, Zapatero habe sich in der Debatte besser behauptet. 33,4 Prozent sahen dagegen Rajoy als Sieger. In einer Woche soll ein zweites TV-Duell der Spitzenkandidaten stattfinden.

Die Fernsehdebatten könnten nach Ansicht von Beobachtern einen maßgeblichen Einfluss auf den Ausgang der Wahl am 9. März haben. Nach Umfragen liegen die Sozialisten (PSOE) von Zapatero nur knapp vor der konservativen Volkspartei (PP) von Rajoy, so dass die noch unentschlossenen Wähler eine entscheidende Rolle spielen dürften. Etwa zehn Millionen Zuschauer, ein Viertel der spanischen Bevölkerung, sahen das TV-Duell. (dpa/AP)