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Unabhängigkeit des Kosovo: 

Putins Wunschnachfolger unterstützt Serbien

25. Feb 2008 14:50
Serbiens Präsident Tadic (links) begrüßt Medwedew
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Der russische Kandidat für die Präsidentschaft Medwedew ist nach Serbien gereist, um seine Haltung zur Kosovo-Frage deutlich zu machen. Er sprach von einer «illegalen einseitigen Anerkennung der Unabhängigkeit».

Der russische Vize-Regierungschef und Präsidentschaftskandidat Dmitri Medwedew hat bei einem Besuch in Belgrad die Position Serbiens gegen den neuen Staat Kosovo unterstützt. Seine Treffen mit der serbischen Staats- und Regierungsspitze zielten auf «die Unterstützung Serbiens bei der illegalen einseitigen Anerkennung der Unabhängigkeit des Kosovos», sagte Medwedew am Montag in der serbischen Hauptstadt. Bei der russischen Präsidentschaftswahl in knapp einer Woche gilt Medwedew als klarer Favorit.

«Wir gehen davon aus, dass Serbien ein einheitlicher Staat ist, dessen Gerichtsbarkeit sich auf sein gesamtes Territorium bezieht», sagte Medwedew weiter. Er wurde begleitet vom russischen Außenminister Sergej Lawrow. Russland und Serbien hätten bei den Gesprächen am Montag ihr weiteres gemeinsames Vorgehen gegen die Unabhängigkeit des Kosovos vereinbart, berichteten die serbischen Medien. Einzelheiten über neue Schritte wurden jedoch nicht bekannt.

Gefahr einer Spaltung des Kosovo

Eine Woche nach der Unabhängigkeitserklärung widersetzte sich die UN-Kosovo- Verwaltung der sich abzeichnenden immer tieferen Spaltung des jungen Staates. Der UN-Kosovo-Verwalter Joachim Rücker beharrte trotz der immer deutlicheren Abspaltung des serbisch bewohnten Nordens auf der Einheit dieses jüngsten europäischen Staates. Die UNMIK und die internationale Schutztruppe KFOR «sind für das gesamte Gebiet zuständig», sagte Rücker am Montag in Pristina nach einem Gespräch mit dem serbischen Kosovo-Minister Slobodan Samardzic.

Samardzic, der die Zerstörung von zwei Grenzübergängen zwischen Serbien und dem Norden Kosovos in der letzten Woche durch seine Landsleute als «legitim» begrüßt hatte, gab nach Darstellung von Rücker bei ihrem Treffen keine klare Auskunft über die Pläne Serbiens im Kosovo. «Für mich ist es nach dem Gespräch nicht klar, ob Serbien das Mandat der Unmik im ganzen Kosovo bestreitet oder nicht», sagte der deutsche Diplomat.

In den letzten Tagen waren alle albanischen Polizisten und Unmik-Mitarbeiter aus dem Norden ebenso abgezogen worden wie die EU-Vertreter. Die Serben wollen die Unmik und die geplante EU-Mission von 1900 Polizisten, Richtern, Zöllnern und Verwaltungsexperten boykottieren.

Gaspipeline nach Serbien

Die Europäische Union und die Nato erklärten sich weiterhin für Ruhe und Ordnung im ganzen Kosovo zuständig. «Die Kfor ist für das gesamte Kosovo da», sagte Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer in Brüssel nach einem Gespräch mit EU-Chefdiplomat Javier Solana. Die von der Nato geführte, rund 17.000 Mann starke Schutztruppe Kfor sei «für den Schutz aller Bürger des Kosovos zuständig, wo sie sich auch befänden». Solana betonte, die EU-Mission «deckt das gesamte Gebiet des Kosovos ab».

Serbien und Russland schlossen am Montag einen Vertrag über den Bau einer 400 Kilometer langen Gaspipeline mit einer Jahreskapazität von zehn Milliarden Kubikmetern. Das Abkommen wurde am Rande des Besuches von Medwedew unterschrieben, der Vorsitzender des Aufsichtsrates der russischen Gazprom ist. Die Pipeline ist Teil des russisch-italienischen Projekts vom Schwarzen Meer über Bulgarien und Serbien in Richtung Westeuropa.

Schon Ende Januar hatten beide Staaten in Moskau ein Rahmenabkommen für die enge Zusammenarbeit im Energiesektor geschlossen. Danach übernimmt Gazprom für 400 Millionen Euro 51 Prozent des staatlichen serbischen Erdölunternehmens NIS. Selbst der serbische Wirtschaftsminister Mladjan Dinkic hatte den Kaufpreis als viel zu niedrig kritisiert. Westliche Diplomaten vermuteten, Belgrad wolle sich mit diesem Schritt bei Russland wegen der Unterstützung im Kosovo bedanken. (dpa)

 
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