Eine Woche nach der Unabhängigkeitserklärung widersetzte sich die UN-Kosovo- Verwaltung der sich abzeichnenden immer tieferen Spaltung des jungen Staates. Der UN-Kosovo-Verwalter Joachim Rücker beharrte trotz der immer deutlicheren Abspaltung des serbisch bewohnten Nordens auf der Einheit dieses jüngsten europäischen Staates. Die UNMIK und die internationale Schutztruppe KFOR «sind für das gesamte Gebiet zuständig», sagte Rücker am Montag in Pristina nach einem Gespräch mit dem serbischen Kosovo-Minister Slobodan Samardzic. Samardzic, der die Zerstörung von zwei Grenzübergängen zwischen Serbien und dem Norden Kosovos in der letzten Woche durch seine Landsleute als «legitim» begrüßt hatte, gab nach Darstellung von Rücker bei ihrem Treffen keine klare Auskunft über die Pläne Serbiens im Kosovo. «Für mich ist es nach dem Gespräch nicht klar, ob Serbien das Mandat der Unmik im ganzen Kosovo bestreitet oder nicht», sagte der deutsche Diplomat.
In den letzten Tagen waren alle albanischen Polizisten und Unmik-Mitarbeiter aus dem Norden ebenso abgezogen worden wie die EU-Vertreter. Die Serben wollen die Unmik und die geplante EU-Mission von 1900 Polizisten, Richtern, Zöllnern und Verwaltungsexperten boykottieren.