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Kampf um US-Präsidentschaft: 

Ralph Nader mischt wieder im US-Wahlkampf mit

25. Feb 2008 11:47
US-Umwelt- und Verbraucherschützer Ralph Nader will es noch einmal wissen
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Wenn die Demokraten keinen Erdrutschsieg einfahren, sollten sie «ihren Laden lieber gleich dichtmachen», empfiehlt Ralph Nader. Der Verbraucherschützer will es noch einmal wissen - sehr zum Verdruss von Clinton und Obama.

Nach drei erfolglosen Anläufen versucht der Verbraucherschutzanwalt Ralph Nader erneut, das Weiße Haus zu erobern. «Ich trete als Präsidentschaftsbewerber an», sagte er dem US-Fernsehsender NBC am Sonntagabend. Vorwürfe, er wolle den Wahlkampf nur aufmischen, wies er zurück: Wenn die Demokraten dieses Mal keinen «Erdrutschsieg» gegen die Republikaner schaffen, dann sollten sie «ihren Laden lieber gleich dichtmachen», kontert der 73-Jährige.

Nader kritisiert, dass das politische Establishment in Washington nicht im Interesse des Volkes, sondern der Wirtschaft handele. Er habe den Wählern noch immer etwas zu Umwelt- und Verbraucherschutz und den Interessen mächtiger Konzerne zu sagen.

Vor allem im demokratischen Lager löst Naders Bewerbung großes Missfallen aus: Viele Demokraten machen ihn für die knappe Niederlage von Al Gore gegen George W. Bush bei den Präsidentschaftswahlen vor acht Jahren verantwortlich. Seine Kandidatur für die Grüne Partei habe Gore seinerzeit entscheidende Stimmen gekostet. 2000 holte Nader knapp drei Prozent der Stimmen, 2004 als unabhängiger Kandidat holte er nur noch 0,3 Prozent.

Der derzeitige Favorit der Demokraten, Barack Obama, reagierte zunächst zwar gelassen: «Ralph Nader verdient eine Menge Respekt für seine Arbeit als Verbraucherschutzanwalt. Aber als ewiger Kandidat bringt er kein Essen auf den Tisch von Arbeitern», sagte der schwarze Senator aus Illinois. «Die demokratische Partei muss so attraktiv und unwiderstehlich sein, dass der Verlust einiger Prozente keinen Unterschied macht.» Obama hat seit dem Wahlmarathon am 5. Februar keine Niederlage erlitten und elf Mal in Folge die Vorwahlen für sich entschieden.

Nader hat eine hohe Meinung von sich

Obama hatte als junger Mann einst für eine Nader nahestehende Organisation gearbeitet und dabei festgestellt: Nader gehe davon aus, dass alle, die seine Weisheit nicht erkennen und seine Meinung nicht teilen, voller Makel seien. «Nader hat eine überaus hohe Meinung von seiner eigenen Arbeit», so sein Fazit.

Nader hatte seinen möglichen Kontrahenten Obama zuvor als «substanzlos» angegriffen: Er agiere mit einer Schere im Kopf wider besseres Wissen und wider seine Instinkte. Obamas innerparteiliche Rivalin Hillary Clinton bezeichnete Naders Entscheidung als «überaus bedauernswert». Seine Bewerbung sei für niemanden gut und schon gar nicht für die Vereinigten Staaten, zitierte die »New York Times« die frühere First Lady. «Als er seinerzeit als Kandidat der Grünen Partei antrat, hat er vor allem einen Sieg von Al Gore verhindert und damit einen der grünsten Präsidenten, den Amerika je gehabt hätte.»

McCain wird auf ihn anstoßen

John McCain
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Der republikanische Präsidentschaftsbewerber John McCain äußerte sich noch nicht zu Naders Kandidatur: Allerdings ist ein US-Fernsehkommentator fest davon überzeugt: «Wer auch immer Präsidentschaftskandidat der Demokraten wird - Nader kann ihm Schaden zufügen.» McCain werde wohl auf ihn anstoßen. Sein nahezu chancenloser innerparteilicher Widersacher Mike Huckabee begrüßte denn auch, dass Nader sich ins «Kampfgetümmel» stürzt. Er ziehe in der Regel mehr Stimmen der Demokraten als der Republikaner auf sich.

Ralph Nader hatte sich von den 60er Jahren an den Ruf eines harschen Kritikers der amerikanischen Industrie erworben und führt schon seit vier Jahrzehnten einen Feldzug gegen den Einfluss großer Konzerne. Der Sohn libanesischer Einwanderer studierte Jura und graduierte später an der renommierten Harvard Universität. 1971 gründete er eine Initiative, die sich die Durchsetzung von Verbraucherrechten zum Ziel gesetzt hat. In den vergangenen Jahren kämpfte er vor allem gegen den Softwarekonzern Microsoft.

 
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