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US-Vorwahlen: 

Buhrufe für Clintons Attacke gegen Obama

22. Feb 2008 11:42
In der TV-Debatte hält sich Hillary Clinton mit scharfen Attacken zurück
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Als habe sie ihren Kampfgeist verloren und ahne bereits ihre Niederlage, schlug Clinton bei der letzten TV-Debatte vor der Wahl in Texas vorsichtige Töne an. Gegen ihren Rivalen fuhr sie nur einen einzigen Angriff.

Es war eine der letzten Gelegenheiten für Hillary Clinton, ihren Rivalen Barack Obama vor den entscheidenden Vorwahlen in Texas und Ohio vor Millionen TV-Zuschauern vorzuführen. Doch die demokratische Präsidentschaftsbewerberin verzichtete weitgehend darauf, Obama zu attackieren: Sie schlug bei der ersten TV-Debatte seit der Siegesserie des schwarzen Senators aus Illinois vorsichtige, versöhnliche Töne an. «Egal, was in diesem Rennen noch passiert, ich fühlte mich geehrt, sehr geehrt, hier mit Barack Obama zu sein», sagte die New Yorker Senatorin am Donnerstagabend in Austin im US-Bundesstaat Texas.

Am Ende klangen ihre Worte fast schon wie ein Abschied, kommentierte die «New York Times». In ihrem Lob für Obama schwang erstmals eine leise Einsicht mit, dass sie die Nominierung zur Präsidentschaftskandidatin ihrer Partei doch nicht gewinnen könnte. Die 60-Jährige Clinton muss nach Einschätzung ihres Wahlkampfteams in Texas triumphieren, will sie noch eine reale Chance haben ins Weiße Haus einzuziehen.

«Clinton hätte bei dem TV-Duell nicht nur gut aussehen müssen, sie hätte den Senator schlecht aussehen lassen müssen», meint die «NYT». Die frühere First Lady wisse jedoch sehr wohl, dass jeder Versuch ihn vorzuführen, bisher vor allem ihr selbst geschadet habe.

Obama übersteht Duell ohne Schrammen

Ähnlich äußerte sich ein Kommentator des Senders CNN: Die Debatte sei zwar kein «Fest der Liebe» gewesen wie noch vor drei Wochen in Los Angeles. Dennoch sei Clinton auch in Austin davor zurückgeschreckt, ihren Widersacher anzugreifen. Obama habe das Duell völlig unversehrt überstanden. Die Dynamik, die seine Siegesserie ausgelöst hat, sei ungebrochen. Der Senator musste seit dem Wahlmarathon am 5. Februar keine einzige Niederlage einstecken. Mit seinem Sieg bei der Vorwahl der Amerikaner, die im Ausland leben, entschied er elf Abstimmungen in Folge für sich.

Zu einem Schlagabtausch kam es bei dem Zusammentreffen eigentlich nur in der Frage der von beiden angestrebten Gesundheitsreform. So warf Clinton dem Senator mehrmals vor, sein Plan lasse 15 Millionen Amerikaner unberücksichtigt. Dieser schlug zurück: Clinton habe dieses Thema schon während der Regierungszeit ihres Mannes Bill falsch angefasst. «Ich werde das anders machen». Aber auch bei diesem Thema verzichteten beide auf schärfere Töne.

Kopf-an-Kopf-Rennen in Texas

Nur ein einziges Mal ging Clinton wirklich in die Offensive: Sie warf Obama vor, Passagen einer Rede eines anderen prominenten Demokraten «abgekupfert» zu haben. Er stehe für «einen Wandel, den man kopieren kann.» Dafür wurde sie vom Publikum mit Buhrufen abgestraft.

Barack Obama
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In Texas finden am 4. März die Vorwahlen statt. In dem nach Bevölkerungszahl zweitgrößten Bundesstaat leben viele Hispanics - eine Wählergruppe, die Clinton bislang die Treue gehalten hat. Die Senatorin hatte den Staat deshalb immer als sichere Bastion gesehen. Doch auch in Texas ist das Rennen längst nicht entschieden, warnen Wahlkampfstrategen. Obama holte nach seiner Siegesserie auch in Texas auf. Einer aktuellen Umfrage von CNN kommt die frühere First Lady derzeit auf etwa 50 Prozent, Obama erreicht 48 Prozent. Ähnlich eine Prognose der «Washington Post», wonach Clinton nur mit ein oder zwei Prozentpunkten die Nase vorn hat.
 
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