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Vor Kommunalwahl in Frankreich: 

Jean Sarkozy putscht erneut in Neuilly

20. Feb 2008 18:00
Jean Sarkozy, der jüngere Sohn des Staatspräsidenten
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Der 21-jährige Sohn des französischen Präsidenten strebt ein politisches Amt an. Er will in den Regionalrat gewählt werden. Vater Sarkozy stürzt derweil in Umfragen immer tiefer.

Jean Sarkozy, der Sohn des französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy, bewirbt sich bei der Kommunalwahl in zweieinhalb Wochen erstmals um ein politisches Amt. Der 21-Jährige reichte am Mittwoch seine Kandidatur für den Bezirk Neuilly-Süd ein, wie die konservative Partei UMP mitteilte. Der Jura-Student bewirbt sich um einen Sitz im Regionalrat, nicht um das Amt des Rathaus-Chefs.

  • » Kritik an Sarkozys «Patenschaften» für Juden
  • » Sarkozys Sohn verzichtet auf Kandidatur
  • » «Psychodrama» um Sarkozys Sprecher
  • Jean Sarkozy hatte vor anderthalb Wochen einen Putsch gegen den bisherigen UMP-Spitzenkandidaten für das Bürgermeisteramt der noblen Pariser Vorstadt geführt. Mit seiner Kandidatur verdrängte er nun ausgerechnet seinen Putsch-Partner Arnaud Teullé von der Liste. Die Gegenkandidaten kommen von der rechtsextremen Nationalen Front, von der Zentrumspartei Modem und von den Sozialisten (PS).

    Arnaud Teullé, langjähriger Mitarbeiter von Staatspräsident Sarkozy, wollte am Mittwochabend eigentlich selbst seine Kandidatur einreichen und ein Wahlkampftreffen organisieren. Für eine Stellungnahme zu dem neuerlichen Putsch Jean Sarkozys war er zunächst nicht zu erreichen.

    Außergewöhnlich unbeliebt

    Gut drei Wochen vor den Kommunalwahlen sinkt Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy im Ansehen der Bevölkerung immer tiefer. Nur 36 Prozent der Franzosen schenken ihm noch ihr Vertrauen, wie eine Umfrage des Instituts BVA ergab. Das sind 19 Prozentpunkte weniger als vor drei Monaten. 58 Prozent hätten eine schlechte Meinung von ihrem Staatschef, so das Ergebnis, das am Donnerstag im Magazin «L'Express» veröffentlicht werden soll. Diese Unbeliebtheit sei «außergewöhnlich für den Präsidenten der Republik», sagte BVA-Chef Jérôme Sainte-Marie. Sarkozys Vorgänger Jacques Chirac war nach einer langen Streikwelle 1995 auf 38 Prozent gerutscht.

    Grund für das Umfragetief ist Sainte-Marie zufolge die Enttäuschung der Wähler mit Blick auf ihre Kaufkraft. Zudem interpretiere die Öffentlichkeit Sarkozys Auftreten als «desinteressiert». Sarkozy war in die Kritik geraten, nachdem er mit seiner inzwischen angetrauten Freundin Carla Bruni medienwirksame Luxusurlaube verbracht hatte. Bei den Kommunalwahlen am 9. und 16. März wünschen sich der Umfrage zufolge 37 Prozent der Befragten, dass die Linke gestärkt hervorgeht. Das konservative Regierungslager kommt auf nur 28 Prozent, die Zentrumspartei auf 11 Prozent. (AP/dpa)

     
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