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Weltraumwaffen: 

Satelliten-Abschuss besorgt Russland und China

18. Feb 2008 15:51
Der Satellit soll mit einer SM3-Rakete abgeschossen werden
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Die USA wollen einen außer Kontrolle geratenen Satelliten abschießen. Bei der Aktion solle Schaden für andere Länder vermieden werden, fordert Peking. Dabei hat China vor einem Jahr selbst einen Satelliten abgeschossen.


China und Russland haben den amerikanischen Plan zum Abschuss eines außer Kontrolle geratenen Satelliten kritisiert. Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Liu Jianchao, forderte Washington auf, seine internationalen Verpflichtungen zu erfüllen und jede Gefahr für die Sicherheit im Weltraum und Schaden für andere Länder zu vermeiden. Die chinesischen Behörden beobachteten die Situation und träfen vorbeugende Maßnahmen.

Russland hatte sich bereits am Sonntag besor über den Abschussplan der USA gezeigt. Das Verteidigungsministerium in Moskau befürchtet, dass die USA die Havarie zur Erprobung ihrer Raketenabwehrsysteme nutzen wollten, wie der Radiosender «Echo Moskwy» berichtete. Russland vermute, dass die USA damit Möglichkeiten zur Zerstörung von Satelliten proben wollten, zitierte der Sender das Ministerium. Washington zufolge bedroht der Absturz des Satelliten mit dem giftigen Raketentreibstoff Hydrazin an Bord Menschenleben.

«Bedrohung für die internationale Sicherheit»

Der Leiter der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos, Anatoli Perminow, warnte am Wochenende davor, den «Weltraum zu einem Kriegsschauplatz» zu machen. «Das ist eine ernste Bedrohung für die internationale Sicherheit», sagte er der Agentur Itar-Tass zufolge. Das Verteidigungsministerium in Moskau warf den USA vor, Verhandlungen über das Verbot von Weltraumwaffen zu blockieren. Zugleich bot Russland den USA an, bei der Vernichtung des Satelliten zusammenarbeiten.

Die USA wollen das 1,3 Tonnen schwere Satellitenwrack noch im Weltall mit einer Rakete vernichten. Die US-Regierung erwartet, dass der Flugkörper von der Größe eines Schulbusses am 6. März in die Erdatmosphäre eintreten wird. Der geplante Abschuss sei eine Notfallmaßnahme und nicht Teil des Anti-Satelliten-Programms der USA, hatte eine US-Vertreterin bei der Abrüstungskonferenz der Vereinten Nationen gesagt.

Chinas Satelliten-Abschuss

China hatte selbst vor einem Jahr mit einer Rakete vom Boden aus einen ausgedienten Wettersatelliten abgeschossen und damit Ängste über ein neues Wettrüsten im All ausgelöst. Es war nach Expertenangaben überhaupt der erste Abschuss eines Satelliten von der Erde aus. Nach Experimenten der USA und der Sowjetunion in den 80er Jahren mit Anti-Satellitensystemen war das chinesische Experiment auch der erste Waffeneinsatz dieser Art seit zwei Jahrzehnten.

Chinesische Experten feierten den erfolgreichen Abschuss damals als Beweis für die Fortschritte in der Verteidigungsfähigkeit Chinas, da Kriege in der Zukunft stark von den Kommunikationsmöglichkeiten im All abhängig sein dürften. Zusammen mit Russland legte China vergangene Woche auf der UN-Abrüstungskonferenz in Genf einen Vertragsentwurf gegen alle Weltraumwaffen vor, der als eine Reaktion auf die Pläne der USA für ein weitreichendes Raketenabwehrsystem gewertet wurde. (dpa)

 
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