Mohammed-Karikaturen:
Muslime protestieren in Gaza und Pakistan
15.02.2008
Herausgeber: netzeitung.de
In Pakistan zündeten mehrere hundert aufgebrachte Studenten dänische Flaggen an, forderten die Ausweisung des Botschafters und riefen zu einem Warenboykott auf. «Tod den Karikaturisten» und «Boykott europäischer Produkte», skandierten rund 200 Teilnehmer einer Protestveranstaltung in der Stadt Multan in der östlichen Provinz Punjab.»Wir verurteilen blasphemischen Umgang mit Mohammed», verkündeten rund 200 Studenten der Islamischen Universität in der Hauptstadt Islamabad. Falls die Regierung den dänischen Botschafter nicht ausweist, wollten sie am nächsten Freitag einen großen Protestmarsch veranstalten.
Ein Polizeisprecher erklärte, die Unruhen seien gegenüber ähnlichen Ereignissen in den vier vorangegangenen Nächten abgeflaut. Dabei hatten Jugendliche auch Polizisten mit Steinwürfen attackiert und Feuerwehrleute bei ihren Einsätzen behindert. Als Hauptgrund für die Krawalle gilt die Zuspitzung lange schwelender Konflikte zwischen beteiligten Gruppen und der Polizei. Experten äußerten die Überzeugung, dass der in dieser Woche neu ausgebrochene Streit um Mohammed-Karikaturen der Zeitung «Jyllands-Posten» eine relativ geringe Rolle gespielt habe.
Die führenden Zeitungen in Dänemark hatten am Mittwoch erneut eine umstrittene Karikatur des Propheten Mohammed mit einer Bombe im Turban veröffentlicht. Sie reagierten damit auf die Aufdeckung von Mordplänen gegen den Zeichner Westergaard. Die Polizei hatte dabei drei Männer mit islamistischem Hintergrund festgenommen.
Die Erstveröffentlichung von zwölf Mohammed-Karikaturen in der größten dänischen Zeitung «Jyllands-Posten» hatte Anfang 2006 zu massiven Protesten in islamischen Ländern geführt. Dabei kamen mehr als 150 Menschen ums Leben. Abbildungen des Propheten Mohammed sind im Islam verboten. (dpa/AP)

