Ein prominenter dänischer Imam rief in Kopenhagen randalierende Jugendliche unterdessen zur Besonnenheit auf. Sie sollten ihre Randalen beenden, schließlich habe der Prophet Mohammed sie nicht gelehrt, Schulen, Autos oder Infrastruktur niederzubrennen, sagte Mostafa Chendid. «Mohammed hat uns Zivilisation gelehrt», sagte der Imam in seinem Freitagsgebet. In Kopenhagen war es in den vergangenen Tagen zu Protesten jugendlicher Einwanderer gekommen, sie steckten Autos und Mülleimer in Brand und schleuderten Steine auf Polizisten, mehrere Jugendliche wurden zeitweise festgenommen.Ein Polizeisprecher erklärte, die Unruhen seien gegenüber ähnlichen Ereignissen in den vier vorangegangenen Nächten abgeflaut. Dabei hatten Jugendliche auch Polizisten mit Steinwürfen attackiert und Feuerwehrleute bei ihren Einsätzen behindert. Als Hauptgrund für die Krawalle gilt die Zuspitzung lange schwelender Konflikte zwischen beteiligten Gruppen und der Polizei. Experten äußerten die Überzeugung, dass der in dieser Woche neu ausgebrochene Streit um Mohammed-Karikaturen der Zeitung «Jyllands-Posten» eine relativ geringe Rolle gespielt habe.
Die führenden Zeitungen in Dänemark hatten am Mittwoch erneut eine umstrittene Karikatur des Propheten Mohammed mit einer Bombe im Turban veröffentlicht. Sie reagierten damit auf die Aufdeckung von Mordplänen gegen den Zeichner Westergaard. Die Polizei hatte dabei drei Männer mit islamistischem Hintergrund festgenommen.
Die Erstveröffentlichung von zwölf Mohammed-Karikaturen in der größten dänischen Zeitung «Jyllands-Posten» hatte Anfang 2006 zu massiven Protesten in islamischen Ländern geführt. Dabei kamen mehr als 150 Menschen ums Leben. Abbildungen des Propheten Mohammed sind im Islam verboten. (dpa/AP)