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Mohammed-Karikaturen: 

Muslime protestieren in Gaza und Pakistan

15. Feb 2008 19:27
Demonstranten in Pakistan riefen zu einem Boykott dänischer Waren auf
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Sie fordern eine Entschuldigung und dass der dänische Karikaturist Westergaard angeklagt wird: Aufgebrachte Demonstranten im Gazastreifen und in Pakistan.

Tausende Anhänger der radikal-islamischen Hamas-Bewegung haben am Freitag im Gazastreifen gegen die erneute Veröffentlichung einer umstrittenen Mohammed-Karikatur in dänischen Zeitungen protestiert. Mit einer unverhüllten Drohung rief die Palästinenserorganisation dazu auf, dass demjenigen, der die Karikaturen gezeichnet habe, das Handwerk gelegt werden müsse.

Die Demonstranten forderten nach Augenzeugenberichten, dass sich der dänische Karikaturist Kurt Westergaard entschuldigt und angeklagt wird. An den Protesten nach dem traditionellen Freitagsgebet hatten in Dschabalia im nördlichen Gazastreifen auch hochrangige Hamas- Politiker teilgenommen.

In Pakistan zündeten mehrere hundert aufgebrachte Studenten dänische Flaggen an, forderten die Ausweisung des Botschafters und riefen zu einem Warenboykott auf. «Tod den Karikaturisten» und «Boykott europäischer Produkte», skandierten rund 200 Teilnehmer einer Protestveranstaltung in der Stadt Multan in der östlichen Provinz Punjab.»Wir verurteilen blasphemischen Umgang mit Mohammed», verkündeten rund 200 Studenten der Islamischen Universität in der Hauptstadt Islamabad. Falls die Regierung den dänischen Botschafter nicht ausweist, wollten sie am nächsten Freitag einen großen Protestmarsch veranstalten.

Imam fordert Jugendliche auf, Randale zu beenden

Ein prominenter dänischer Imam rief in Kopenhagen randalierende Jugendliche unterdessen zur Besonnenheit auf. Sie sollten ihre Randalen beenden, schließlich habe der Prophet Mohammed sie nicht gelehrt, Schulen, Autos oder Infrastruktur niederzubrennen, sagte Mostafa Chendid. «Mohammed hat uns Zivilisation gelehrt», sagte der Imam in seinem Freitagsgebet. In Kopenhagen war es in den vergangenen Tagen zu Protesten jugendlicher Einwanderer gekommen, sie steckten Autos und Mülleimer in Brand und schleuderten Steine auf Polizisten, mehrere Jugendliche wurden zeitweise festgenommen.

Ein Polizeisprecher erklärte, die Unruhen seien gegenüber ähnlichen Ereignissen in den vier vorangegangenen Nächten abgeflaut. Dabei hatten Jugendliche auch Polizisten mit Steinwürfen attackiert und Feuerwehrleute bei ihren Einsätzen behindert. Als Hauptgrund für die Krawalle gilt die Zuspitzung lange schwelender Konflikte zwischen beteiligten Gruppen und der Polizei. Experten äußerten die Überzeugung, dass der in dieser Woche neu ausgebrochene Streit um Mohammed-Karikaturen der Zeitung «Jyllands-Posten» eine relativ geringe Rolle gespielt habe.

Die führenden Zeitungen in Dänemark hatten am Mittwoch erneut eine umstrittene Karikatur des Propheten Mohammed mit einer Bombe im Turban veröffentlicht. Sie reagierten damit auf die Aufdeckung von Mordplänen gegen den Zeichner Westergaard. Die Polizei hatte dabei drei Männer mit islamistischem Hintergrund festgenommen.

Die Erstveröffentlichung von zwölf Mohammed-Karikaturen in der größten dänischen Zeitung «Jyllands-Posten» hatte Anfang 2006 zu massiven Protesten in islamischen Ländern geführt. Dabei kamen mehr als 150 Menschen ums Leben. Abbildungen des Propheten Mohammed sind im Islam verboten. (dpa/AP)

 
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