Ein Sprecher von Premierminister Gordon Brown wies den Vorschlag umgehend zurück. In Großbritannien solle britisches Recht gelten, das auf britischen Werten basiere. Britische Muslime begrüßten dagegen die Äußerungen des Erzbischofs. Der Direktor der Ramadhan-Stiftung, Mohammed Shafiq, erklärte, die Anwendung der Scharia könne die Spannungen in der britischen Gesellschaft verringern. Er betonte, es gehe dabei nicht um das Strafrecht, sondern lediglich um das Zivilrecht. In Teilen Kanadas werde die Scharia bereits angewendet. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Wolfgang Huber, sagte, es sei ein falscher Ansatz, von einem doppelten Recht auszugehen und sich davon Integration zu erhoffen. Man müsse zwar die Frage stellen, inwieweit kulturelle Besonderheiten innerhalb des Rechtssystems einen legitimen Ort haben könnten, sagte Huber der Deutschen Welle. «Aber man muss gerade darauf aus sein, dass es in einem Land ein Recht gibt.» In Großbritannien leben etwa 1,6 Millionen Muslime. Die meisten von ihnen stammen aus der früheren Kolonie Pakistan. (AP)