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Obama droht an Super-Delegierten zu scheitern

07. Feb 2008 13:49
Senator Barack Obama
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Wer auch immer sich bei den Demokraten durchsetzt: Sie oder er muss danach die tiefe Spaltung der Wählergruppen überwinden. Keine leichte Aufgabe, meint Amerika-Experte Braml im Gespräch mit Michaela Duhr.

Auch nach den Vorwahlen in 22 Bundesstaaten ist bei den Demokraten nichts entschieden: Keiner der beiden Kontrahenten Hillary Clinton und Barack Obama konnte sich im Kampf um die Präsidentschaftskandidatur einen bedeutenden Vorsprung sichern. «Die Strategien beider Bewerber sind aufgegangen», sagte Amerika-Experte Josef Braml der Netzeitung. «Hillary Clinton hat mit ihrer Strategie 'Klotzen statt Kleckern' in den bevölkerungsreichen Bundesstaaten gewonnen, Barack Obama setzte vor allem auf die kleinen Staaten – und siegte», fügte der Politologe der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik in Berlin hinzu.

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  • Nach dem Wahlmarathon am Super Tuesday kann die New Yorker Senatorin beim Nominierungsparteitag mit den Stimmen von insgesamt 1024 Delegierten rechnen, der Senator aus Illinois mit 960. Nach dem Remis geht das Spektakel weiter - und manche Experten gehen davon aus, dass sich selbst bis zum Parteitag im August kein klarer Favorit abzeichnen wird. In diesem Fall werden die so genannten Super-Delegierten, die in ihrem Votum ungebunden sind, eine bedeutende Rolle spielen.

    Sollten sie das Zünglein an der Waage sein, dürfte Obama indes schlechtere Karten haben, glaubt Braml. «Die Super-Delegierten sind Vertreter des politischen Establishments, und sie dürften wohl eher Hillary Clinton unterstützen.» Allerdings hätte eine solche Niederlage Obamas «eine gewisse Ironie», meint Braml: «Die Amerikaner rühmen sich schließlich für ihre Basisdemokratie und dafür, dass jemand wie Obama dank seiner erfolgreichen Mobilisierung einer so genannten Graswurzel-Bewegung so erfolgreich sein kann.» Von den insgesamt 4049 demokratischen Delegierten sind 796 ungebunden. Es sind meist Parteifunktionäre, Inhaber öffentlicher Ämter, Abgeordnete oder Gouverneure.

    Der Bradley-Effekt wirkt noch

    Hintergrund:
    In den kommenden vier Wochen stehen Vorwahlen unter anderem in großen Staaten wie Texas, Ohio, Virginia und Louisiana an. Dabei geht es um die Stimmen von mehr als 810 Delegierten. Wer die besseren Chancen hat, hängt nach Ansicht des Amerika-Experten vor allem von den jeweiligen Wählergruppen ab: In Louisiana lebten viele Schwarze, davon profitiere Obama, in Texas lebten viele Hispanics, das komme Clinton zu Gute.

    Bei den bisherigen Vorwahlen wählten rund zwei Drittel der Afroamerikaner den 46-jährigen schwarzen Senator, 60 Prozent der Hispanics gaben ihr Votum der früheren First Lady. Braml begründet Clintons starke Unterstützung unter den Latinos mit dem einfachen Satz: «Obama ist schwarz und Hillary ist weiß.» Die Animositäten zwischen den Schwarzen und hispanischen Einwanderern seien besonders groß. Beide konkurrierten um den Aufstieg.

    Hillary Clinton vor der Wahlkabine
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    Auch Sergio Bendixen, US-Meinungsforscher aus dem Clinton-Team, ist sicher: Der «Bradley-Effekt» wirke noch immer, Latinos wählten keinen schwarzen Kandidaten. Damit löste Bendixen in den USA allerdings eine heftige Debatte aus, wie die Los Angeles Times berichtete. Der Begriff «Bradley-Effekt» bezieht sich auf die kalifornische Gouverneurswahl von 1982. Seinerzeit trat der schwarze Bürgermeister von Los Angeles, Tom Bradley, gegen den weißen Republikaner George Deukmejian an. Er verlor die Wahl, obwohl Umfragen für Bradley einen Vorsprung von bis zu acht Prozentpunkten voraussagten. Weiße Wähler würden in Umfragen Sympathien für einen schwarzen Kandidaten bekunden, in der Wahlkabine aber für einen Weißen votieren, begründen die Demoskopen das Phänomen.

    Probleme im Hauptwahlkampf

    Angesichts der tiefen Spaltung zwischen den Wählergruppen sieht der Fachmann Braml vor allem im Hauptwahlkampf große Probleme auf die Demokraten zukommen: «Die beiden Gruppen – die Hispanics auf der einen und die Schwarzen auf der anderen – müssen nach dem Nominierungsparteitag wieder zusammengebracht werden. Die Anhänger des unterlegenen Bewerbers müssen in die Gruppe des Siegers hineingezogen werden - das dürfte nicht einfach werden.»

    Anders als bei den Demokraten setzte sich Senator John McCain bei den Republikanern klar von seinen Rivalen ab. Allerdings sei das gute Abschneiden des früheren Baptistenpredigers Mike Huckabee «bemerkenswert», so Braml. «Er wurde vor allem von der Christlichen Rechten gewählt.» Würde Mike Huckabee dem 71-jährigen McCain als Vize-Präsident zur Seite gestellt, hätte der Vietnamkriegs-Veteran durchaus Chancen, das Weiße Haus zu erobern. Der Politologe erinnert daran, dass 40 Prozent der Wähler von George W. Bush evangelikale Christen waren.

     
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