Die japanische Fischereibehörde erhob schwere Vorwürfe gegen die Besatzungsmitglieder der australischen Zollschiffe. Diese seien der japanischen Walfangflotte gefährlich nahe gekommen, nur um Fotos machen zu können. «Das sind waghalsige Aktionen, wie sie sonst nur von Greenpeace und Sea Shepherd ausgeführt werden», sagte Behördenchef Hideki Moronuki mit Blick auf die Umweltorganisationen, die den diesjährigen japanischen Walfang rund drei Wochen lang lahmgelegt hatten, bevor er Anfang des Monats wieder aufgenommen wurde.Das regierungsnahe Walforschungsinstitut schrieb auf seiner Web-Site, Australien betreibe gefährliche emotionale Propaganda, die die bilateralen Beziehungen zu Japan erheblich beeinträchtigen könnte. Moronuki erklärte außerdem, die getöteten Tiere würden systematisch ausgewählt, um diverse Arten und Größen zur Verfügung zu haben. Es handele sich bei den abgebildeten Walen nicht um Mutter und Kind.
Der australische Umweltminister Garrett sprach dagegen von einem völlig willkürlichen Abschlachten. Die Tatsache, dass das Fleisch der Meeressäuger in japanischen Supermärkten verkauft werde, strafe die Aussage Tokios über einen wissenschaftlichen Walfang Lügen. Australien und Neuseeland, selbst bis in die 1970er Jahre Walfangnationen, nehmen inzwischen eine führende Rolle im Kampf gegen den Walfang ein. Japan darf trotz des Moratoriums von 1986 jährlich mehr als 1000 Wale zu Forschungszwecken jagen. Umweltschützer bezweifeln den wissenschaftlichen Nutzen und werfen der japanischen Regierung kommerzielle Interessen vor. (dpa/AP)