06. Feb 2008 06:32, ergänzt 12:28
Barack Obama hat zwar gemessen an der Zahl der Bundesstaaten am Super Tuesday mehr Siege als Hillary Clinton errungen. Entscheidend sind jedoch die Delegiertenstimmen und hier liegt seine Rivalin knapp in Führung.
Clinton hatte bereits zuvor unter anderem in den bevölkerungsreichen und politisch einflussreichen Staaten New York, New Jersey und Massachusetts gewonnen. Jetzt steht noch das Ergebnis von New Mexiko aus: Hier liegt die Senatorin knapp einen Prozentpunkte hinter Obama nach Auszählung von 92 Prozent der Wahlbezirke.Die frühere First Lady richtete den Blick schon auf den 4. November, wenn die Amerikaner über die Nachfolge von Präsident George W. Bush entscheiden. «Nach sieben Jahren eines Präsidenten, der nur auf seine besonderen Interessen geachtet hat, seid ihr bereit für einen Präsidenten, der eure Stimme, eure Werte und eure Träume in euer Weißes Haus bringt», sagte sie in New York vor jubelnden Anhängern. Sie gratulierte ihrem Rivalen Obama für seinen Erfolg und vermied jegliche Kritik an ihm.
Die Siege in den einzelnen Bundesstaaten sind zwar politisch interessant, ausschlaggebend für die Nominierung ist aber die Zahl der Delegierten. Bislang erhielt die New Yorker Senatorin nach Zahlen der «Washington Post» 582 Delegierte, damit konnte sie seit Beginn der Vorwahlen in Iowa insgesamt 845 Delegierte für sich gewinnnen. Ihr Herausforderer Barack Obama errang am Super-Tuesday nach den Berechnungen der Zeitung bislang 562 Delegierte. Damit kann er inzwischen beim Nominierungsparteitag im August mit 765 Delegiertenstimmen rechnen. Die demokratischen Präsidentschaftsbewerber benötigen für eine Nominierung mindestens 2025 Delegiertenstimmen.
Angesichts des knappen Kopf-an-Kopf-Rennens bei den Demokraten könnten die so genannten Super-Delegierten beim Nominierungsparteitag das Zünglein an der Waage sein: Sie können ihr Votum unabhängig von dem Abstimmungsergebnis in den Bundesstaaten abgeben. Von den insgesamt 4049 demokratischen Delegierten sind 796 ungebunden.