Kampf ums Weiße Haus:
US-Vorwahlen: Ergebnisse, Personen, Themen
28.01.2010
Herausgeber: netzeitung.de
Bei den Republikanern hat sich der 71-jährige Senator John McCain klar durchgesetzt. Seiner Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten der Grand Old Party im September steht nichts mehr im Weg. Einer seiner schärfsten innerparteilichen Rivalen Mitt Romney stieg bereits wenige Tage nach dem Wahlmarathon am 5. Februar aus. Auch sein Herausforderer, der frühere Baptistenprediger Mike Huckabee, warf am 4. März nach mehreren Niederlagen das Handtuch.
McCain, der sich bereits ganz auf den Hauptwahlkampf konzentriert, hat inzwischen auch die Unterstützung des einstigen Widersachers und amtierenden US-Präsidenten George W. Bush. Vor acht Jahren waren die beiden im innerparteilichen Wettstreit um die republikanische Präsidentschaftskandidatur angetreten. McCain triumphierte bei den Vorwahlen, doch eine Schmutzkampagne brachte ihn schließlich in dem Südstaat South Carolina zu Fall. Die Gerüchte, McCain habe ein uneheliches, dunkelhäutiges Kind sollen von Bush und seinen Unterstützern gestreut worden sein. Tatsächlich hatte McCain ein Kind aus Bangladesh adoptiert.
Bei den Demokraten entschied sich das Duell erst nach den beiden letzten Abstimmungen in South Dakota und Montana am 3. Juni. Der demokratische Senator erklärte sich anschließend zum Kandidaten seiner Partei. Er verfügt inzwischen über 2118 Delegiertenstimmen und damit über die notwendige Anzahl für eine Nominierung im Sommer.
Zugleich ist das Rennen bei den Demokraten um die Vize-Präsidentschaft voll entbrannt. Hillary Clinton werden starke Ambitionen auf das Amt nachgesagt. Sie ließ bereits durchblicken, dass sie alles tun werde, um einen Demokraten ins Weiße Haus zu bringen. Das Obama-Lager wertet dies als Signal, dass sie als Vize-Kandidatin bereitstehe, sollte der 46-Jährige ihr das Amt anbieten.
Während des Vorwahlkampfes hatte vor allem eine Rede Obamas am 18. März in Philadelphia große Aufmerksamkeit erregt, in der er die Rassenproblematik in den USA thematisiert hat. Anlass war die heftige Kritik an Äußerungen seines früheren Pastors Jeremiah Wright, der den USA eine Mitverantwortung an den Terroranschlägen vom 11. September zuschreibt. Obamas Rede wurde von manchen Experten in einen großen historischen Kontext gestellt.
Wer sind die Bewerber? Wofür stehen sie? Welche Stärken und welche Schwächen haben sie? Die Netzeitung stellt die Bewerber vor.
Die Vorwahlen laufen bereits seit Anfang Januar. Den Auftakt machte der kleine Bundesstaat Iowa im Nordosten der USA, gefolgt von New Hampshire. Am so genannten Super Tuesday fanden in diesem Jahr in 24 Bundesstaaten gleichzeitig Vorwahlen statt. Woher stammt der Begriff? In welchen Staaten wurde am 5. Februar gewählt? Warum sprechen US-Medien vom «Giga Tuesday»?

