Netzeitung Logo
 
Aktuelles  »  Politik  »  Ausland
DruckenVersenden
 

«Die Clintons tun alles für die Macht»

31. Jan 2008 12:35
Hillary Clinton mit ihrem Ehemann Bill und ihrer Tochter Chelsea bei einem Wahlkampfauftritt in Las Vegas
Bild vergrößern
John McCain kann es bis ins Weiße Haus schaffen, davon ist sein früherer Wahlkampfleiter überzeugt. Michaela Duhr sprach mit Terry Nelson über McCains Geldnöte und die als rassistisch kritisierte Clinton-Kampagne.

Bei den Republikanern fällt im Rennen um die US-Präsidentschaftskandidatur schon am kommenden Dienstag, dem Super Tuesday, die Entscheidung - und der Sieger wird wohl John McCain heißen. Dessen ehemaliger Wahlkampfleiter Terry Nelson glaubt fest an seinen früheren Schützling: «Ich wäre wirklich sehr überrascht, wenn die Republikaner nicht John McCain nominieren würden», sagt Nelson im Gespräch mit der Netzeitung.

Mehr in der Netzeitung:
  • Republikaner Rudy Giuliani wirft hin 31. Jan 2008 07:33
  • Zwischenstand im US-Vorwahlkampf 30. Jan 2008 11:43, ergänzt 05. Feb 2008 09:30
  • Republikaner McCain gewinnt in Florida 30. Jan 2008 07:26, ergänzt 09:23
  • Giulianis Alptraum in Florida 29. Jan 2008 14:26
  • Der Senator McCain hat die Vorwahl in Florida am Dienstag klar für sich entschieden. Es sei ihm gelungen, die Debatte weg von der Wirtschaft - eine Stärke seines Rivalen Mitt Romney - hin zum Irak-Krieg und zur nationalen Sicherheit zu lenken, erläutert Nelson. Das seien die Themen, mit denen der Vietnamkriegs-Veteran McCain punkten könne. Nach dem Triumph des 71-Jährigen in Florida stieg der frühere New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani, der eine schwere Niederlage einstecken musste, aus dem Nominierungswettbewerb aus.

    Wendehals Romney

    McCain (l.) und Romney lieferten sich bei einem TV-Duell einen harten Schlagabtausch
    Bild vergrößern
    Damit stellen sich nur noch die beiden Konkurrenten McCain und Romney dem Wahlmarathon am 5. Februar – dem so genannten Super Tuesday. An diesem Tag finden in 22 Bundesstaaten Vorwahlen statt. Romney habe sich in Florida zwar gut geschlagen, meint Nelson, doch der Multi-Millionär und Mormone habe keine Chance gegen den 71-jährigen Senator aus Arizona. Romneys Manko sei nicht nur sein Glaube. Er habe schon zu oft und bei vielen Themen seine Meinung geändert. «Er hat keine Beziehung zu den Wählern», meint der Wahlkampfstratege.

    Die Geldnöte McCains in einem der teuersten US-Wahlkämpfe aller Zeiten dürften kein Problem mehr darstellen, sagt Nelson. «Wenn er nur noch einziger Kandidat der Republikaner ist, werden die Geldgeber und Unterstützer der anderen Bewerber für ihn kämpfen und für ihn spenden.»

    Geld ist nicht das Problem

    Nelsons Ansicht nach hat McCain das Zeug, das Weiße Haus zu erobern. «Sollte er gegen Hillary Clinton antreten, kann er ihr größtes Argument - nämlich ihre Erfahrung – wegwischen.» McCain habe langjährige politische Erfahrung und sei darüber hinaus auch noch kriegserprobt.

    Allerdings werde jeder demokratische Präsidentschaftskandidat davon profitieren, ein Kandidat des Wandels zu sein, räumt Nelson ein. Doch selbst hier habe McCain keine allzu schlechten Karten, denn er werde nicht «als typischer Republikaner» wahrgenommen. Selbst in seiner eigenen Partei gelte er als «Außenseiter». Am Ende werde alles auf eine einzige Frage hinauslaufen: «Wollen wir einen erfahrenen Präsidenten mit großer Urteilskraft oder einen signifikanten politischen Neuanfang», fasst Nelson zusammen.

    Das wird noch dauern

    Bilderschau:
    Bei den Demokraten rechnet Nelson nicht damit, dass das Rennen schon am 5. Februar entschieden ist: «Barack Obama wird Erfolge erzielen, Hillary Clinton ebenfalls. Beide werden ihre Kampagnen fortsetzen, und wir werden uns noch einige Wochen gedulden müssen, bis klar ist, wer endgültig nominiert wird.»

    Die Unterstützung des Kennedy-Clans für Barack Obama, von US-Medien als höchste Auszeichnung im Nominierungswettbewerb hochgejubelt, bagatellisiert der Wahlkampfexperte: «Die Familie ist landesweit nicht besonders gut vernetzt und sie wird nicht viel Geld zusammenbringen», mutmaßt Nelson. Senator Edward Kennedy hatte vergangene Woche seine langjährige Neutralität im US-Vorwahlkampf aufgegeben und seine Unterstützung für Obama angekündigt.

    Kennedy warf den Clintons vor, die Rassenkarte gegen den Afro-Amerikaner Obama zu spielen. Auch andere führende Demokraten kritisierten die Kampagne, sagte Nelson. «Diese Art der Kampagne ist nur ein weiterer Beweis dafür, was die Clintons zu tun bereit sind, wenn es um die Präsidentschaft geht. Sie tun alles, um wieder an die Macht zu gelangen.»


    Mehr in der Netzeitung:
     
    Drucken
    VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
     
    Zu weiteren Bildergalerien
    Zu weiteren Bildergalerien
    Zum Wissenstest

    Alle Wissenstests

    Zum Wissenstest

    Alle Wissenstests

    Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
     
    Einigung mit Wenn und Aber: 
    US-Truppenabzug aus Irak bis 2011 vereinbart
    Wiederaufbau im Irak: 
    Ein Geistergefängnis als Symbol
     
     
    Prozess in Düsseldorf eröffnet: 
    Anklage gegen «Sauerland-Terroristen» erhoben
     
    Nach Gefangenenaustausch in Nahost: 
    Hamas will deutsche Vermittler
    Live Top 5
    netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
    Aus anderen Ressorts
    Zur Autogazette

    Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
    NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
    Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
     
    Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
     
    IT & Security by Procado
     
    [ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
    Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.