29. Jan 2008 10:48
Edward Kennedys gemeinsamer Wahlkampfauftritt mit Barack Obama kam fast einer Krönung gleich: Er verglich den schwarzen Senator mit seinem ermordeten Bruder John F. Kennedy. Das Land brauche den «Visionär» Obama.
Kennedy griff damit den Vergleich auf, den zuvor schon sein Nichte Caroline gezogen hatte. «Schon mal strebte ein junger Mann ins Weiße Haus und forderte die Amerikaner auf, Grenzen zu überschreiten», rief Kennedy Tausenden begeisterten Anhängern Obamas zu.John F. Kennedy sei seinerzeit von dem demokratischen Präsidenten Harry Truman öffentlich kritisiert worden, dieser habe Geduld verlangt. «Doch John Kennedy hat ihm geantwortet: Die Welt verändert sich. Die alten Lösungen funktionieren nicht mehr. Es ist Zeit für eine neue Führungsgeneration. Und genau so ist es mit Obama.» Neben John F. Kennedys Tochter Caroline zeigte auch ihr Cousin Patrick bei dem Auftritt seine Unterstützung für Obama.
Der schärfste Rivale von Hillary Clinton könnte keinen einflussreicheren und stärkeren Beistand im Rennen um die Nachfolge von US-Präsident George W. Bush haben. Die Unterstützung des Kennedy-Clans gilt als höchste Auszeichnung im Nominierungswettbewerb um die US-Präsidentschaftskandidatur. Die Parteinahme der Kennedys ist für die Clintons ein schwerer Schlag, zumal sie mit der Familie eng verbunden sind. Die Clintons hatten Edward Kennedy wochenlang gedrängt, sich wenigstens neutral zu verhalten. Doch aus Enttäuschung über die Kampagne von Hillary Clinton und ihrem Gatten Bill wandte sich Kennedy ab - er wirft der Clinton-Wahlkampagne einen rassistischen Unterton vor.
In seiner Rede lobte der 75-jährige Senator zwar auch die Qualifikation und Verdienste von Hillary Clinton. Allerdings kritisierte er erneut die Attacken der Clintons gegen Obama und bezeichnete sie als Tatsachenverdrehung. Obama sei der beste Garant eines wirklichen Wandels. Wie damals John F. Kennedy mache er die Hoffnung lebendig für alle, «die noch an den amerikanischen Traum glauben».Edward Kennedy will Obama offenbar auf seiner Wahlkampftour begleiten, um die Position des Senators aus Illinois vor dem so genannten Super Tuesday am 5. Februar zu stärken, an dem in 22 Bundesstaaten Vorwahlen stattfinden. Obama hatte am Samstag die Vorwahl in South Carolina mit einem großen Vorsprung für sich entschieden.