Als «letzte Karte» denke der Präsident an eine nur auf diese Reform ausgerichtete technische Übergangsregierung mit Neuwahlen im Juni, berichtete der Mailänder «Corriere della Sera». Die Regierung könnte von Senatspräsident Franco Marini geführt werden. Dieser Weg wäre ein Kompromiss: Berlusconi will Neuwahlen bereits im April, während Walter Veltroni, der Chef der Mitte-Links-Partei PD (Demokratische Partei), eine Übergangsregierung für acht bis zehn Monate vorgeschlagen hat. Der römische Bürgermeister will neben dem Wahlrecht auch die Arbeit von Parlament und Regierung reformieren. Seit dem «Marsch auf Rom» des Faschisten Mussolini gefalle sich die italienische Politik in solchen Massendemonstrationen, meinte die römische Tageszeitung «La Repubblica» zu Berlusconis Ankündigung. Italienische Kommentatoren hielten fest, Berlusconi drohe damit dem Staatspräsidenten, während dieser doch mitten in den Konsultationen für eine Lösung der Krise stecke. Nach Umfragen kann Mitte-Rechts bei Neuwahlen mit einer eindeutigen Mehrheit rechnen. (dpa)