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Einflussreiche Schützenhilfe für Barack Obama

28. Jan 2008 13:27
Edward Kennedy wirft Bill Clinton im Wahlkampf für seine Frau rassistische Töne vor.
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Ein herber Schlag für die Clintons: Ein Teil der prominenten Kennedy-Familie hat sich im US-Vorwahlkampf für Barack Obama ausgesprochen - vor allem wegen des rassistischen Beigeschmacks der Clinton-Kampagne.

Nach dem Triumph über seine Rivalin Hillary Clinton im südlichen US-Bundestaat South Carolina kann der Demokrat Barack Obama einen weiteren Punktgewinn verbuchen: Senator Edward Kennedy hat sich entgegen aller Bitten der Clintons für den afro-amerikanischen Senator aus Illinois ausgesprochen. Wie die «New York Times» (NYT) am Montag berichtete, sichert der Bruder des 1963 ermordeten ehemaligen US-Präsidenten John F. Kennedy dem 46-Jährigen im Rennen um die Nachfolge im Weißen Haus seine Unterstützung zu.

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Ein enormer Erfolg für Obama, der sich monatelang um den Rückhalt des prominenten Clans bemüht hatte. Der Beistand der Kennedys gilt als einer der «begehrtesten Auszeichnungen im US-Nominierungswettkampf», wie die «Washington Post» schreibt. Kennedy will vor dem so genannten Super Tuesday am 5. Februar, an dem 22 Bundesstaaten ihren Favoriten wählen, massiv für Obama werben. Bereits an diesem Montag wird er bei einem Auftritt von Obama dabei sein.

Für Hillary Clinton und ihren Mann Bill eine herbe Niederlage: Beide hatten in den vergangenen Wochen Edward Kennedy dazu gedrängt, sich wenigstens neutral zu verhalten. Doch die Art des Wahlkampfes der Clintons habe Edward Kennedy desillusioniert, hieß es in der «NYT». Er und der frühere US-Präsident Clinton hätten sich in einem hitzigen Telefongespräch über die Ausrichtung der Kampagne gestritten. Dabei missfielen Kennedy vor allem die jüngsten irreführende Aussagen von Bill Clinton.

Ein Märchen

Bilderschau:
Seit den Vorwahlen in New Hampshire werfen sich die beiden schärfsten demokratischen Bewerber vor, die Rassenfrage zu instrumentalisieren. Ausgelöst wurde der Streit von Bill Clinton, der im Zusammenhang mit Obamas Kandidatur, von einem «großen Märchen» gesprochen hatte. Kritiker warfen ihm daraufhin indirekten Rassismus vor. Auch Obamas Frau Michelle kritisierte alle, die in der Kampagne ihre Mannes «eine Illusion, ein Märchen» sehen würden. Denn ihr Mann sei der richtige Kandidat und zwar «nicht wegen seiner Hautfarbe, sondern wegen seiner Qualität und der Beständigkeit seines Charakters.»

Bei der schwarzen Bevölkerung hatte Bill Clinton seit seiner Präsidentschaft ein großes Ansehen: Er wurde sogar als «erster schwarzer Präsident» bezeichnet. Ob er auch nach dem Wahlkampf mit diesem Titel unter den Afro-Amerikanern geehrt wird, bleibt abzuwarten. Auch die Nichte von Edward Kennedy, Caroline, hatte sich einen Tag zuvor für Obama ausgesprochen. In einem Beitrag für die «NYT» hatte sie diesen mit ihrem Vater John F. Kennedy verglichen und an die demokratischen Wähler appelliert, für ihn zu stimmen: Sie habe nie einen Präsidenten erlebt, der sie an ihren Vater erinnere, so wie es ihr Menschen von ihm erzählt hätten. «Aber zum ersten Mal glaube ich, dass ich den Mann gefunden habe, der ein solcher Präsident sein könnte – nicht nur für mich, sondern für eine neue Generation von Amerikanern.» Interessant, dass Caroline ausgerechnet in der NYT für den schwarzen Senator wirbt, denn das Blatt hatte nur wenige Tage zuvor Stellung bezogen und seine Leser dazu aufgerufen, für Hillary Clinton zu votieren.

Die Clintons konnten sich dagegen nur die Unterstützung von Kathleen Kennedy Townsend, die Tochter von Robert Kennedy, sichern. Zwar respektiere sie die Entscheidung von «Caroline und Teddy» für Obama doch habe sie «eine andere Wahl getroffen», zitierte die «Washington Post» aus einer Erklärung der ehemaligen Vize-Gouverneurin von Maryland.


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