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Mehrere Tote bei Protesten im Libanon

28. Jan 2008 12:06
Ein libanesischer Soldat nach den Ausschreitungen in Beirut
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Bei Protesten gegen häufige Stromabschaltungen kam es im Libanon zu heftigen Auseinandersetzungen. Mehrere Menschen wurden dabei erschossen. Wer die Schüsse abgegeben hat, ist unklar.

Nach dem Tod von neun Demonstranten bei Auseinandersetzungen zwischen Anhängern der Opposition und Sicherheitskräften sind am Sonntag in Beirut mehrere Verdächtige festgenommen worden. Soldaten stürmten ein Gebäude in dem Unruheviertel und führten nach Augenzeugenberichten mindestens vier Menschen ab. Bei den Zusammenstößen waren mindestens 45 Menschen verletzt worden. Ministerpräsident Fuad Siniora erklärte den heutigen Montag zum Trauertag.

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Der Protest richtete sich gegen häufige Stromabschaltungen. Das Militär hatte nach eigenen Angaben Warnschüsse über die Köpfe der Demonstranten abgegeben, die tödlichen Schüsse seien jedoch «von bisher unbekannter Seite» abgefeuert worden. Noch am Sonntagabend wurde eine offizielle Untersuchung eingeleitet. Auch Teilnehmer der Demonstration berichteten, dass die tödlichen Schüsse nicht von den Soldaten abgegeben worden seien, sondern dass vielmehr aus nahe gelegenen Häusern auf den Protestzug geschossen worden sei.

Mehrere Dutzend Demonstranten hatten im Süden der Hauptstadt mit brennenden Reifen eine Straßenblockade errichtet, hieß es aus Sicherheitskreisen. Die Armee habe Warnschüsse abgefeuert, um die Demonstranten auseinanderzutreiben. Diese zogen anschließend weiter und blockierten die Straße zum Flughafen mit brennenden Reifen. Sie steckten auch Autos in Brand. Die Lage entspannte sich zunächst. Nach Bekanntwerden der Opferzahlen herrschte am Abend erneut Spannung in der Stadt.

Hisbollah war in die Proteste verwickelt

Die Demonstranten waren Anhänger der schiitischen Amal-Bewegung, die zu den engsten Verbündeten der pro-syrischen Hisbollah gehört. Offiziell richtete sich der Protest gegen häufige Stromausfälle in den südlichen Vororten Beiruts, die als Hochburg der Hisbollah gelten. Ähnliche Vorfälle waren in den vergangenen Wochen von der Armee rasch beendet worden.

Anti-syrische Politiker äußerten sich besorgt, dass die von Syrien und dem Iran unterstützte Opposition versuchen könnte, derartige Aktionen als Vorwand zu nutzen, um die pro-westliche Regierung von Fuad Siniora zu Fall zu bringen. Politisch steckt das Land seit mehr als einem Jahr in der Krise, weil sich pro- und anti-syrische Kräfte nicht auf einen gemeinsamen Kurs einigen können. Verschärft wurde die Krise noch dadurch, dass sich beide Seiten seit Monaten nicht auf einen Nachfolger für Präsident Émile Lahoud verständigen konnten, dessen Amtszeit im November abgelaufen ist.

Die Außenminister der Arabischen Liga wiesen bei einer Sitzung in Kairo einen syrischen Vorschlag zurück, der mehr Einfluss für die pro-syrischen Kräfte in der libanesischen Regierung verlangt hatte. (dpa)

 
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