Der Libanon wird seit drei Jahren von einer Serie von Sprengstoffanschlägen erschüttert. Die meisten Attentatsopfer waren Politiker und Journalisten, die dem anti-syrischen Lager angehörten. Das Attentat vom Freitag war der schwerste Anschlag seit der Ermordung von Hariris im Februar 2005. Mit Hariri waren damals 22 weitere Menschen getötet worden. Als Drahtzieher des Bombenattentates stehen syrische Funktionäre im Verdacht. Ein ranghoher UN-Vertreter hatte am Donnerstag vor Journalisten in New York erklärt, die Vorbereitungen für das Sondertribunal, das den Hariri-Mord untersuchen soll, seien schon weit gediehen. Die Namen der Richter und der Verteidiger für das Tribunal in Den Haag würden in Kürze bekanntgegeben, sagte er.
Die Anklage übernimmt Daniel Bellemare, der derzeitige Sonderermittler der Vereinten Nationen im Fall Hariri. Generalsekretär Ban Ki Moon hatte den Kanadier im Dezember als Nachfolger des Belgiers Serge Brammertz bestimmt. Die Kosten für das Tribunal werden zu 49 Prozent vom Libanon getragen, den Rest zahlen andere Staaten auf freiwilliger Basis. Bisher seien über 64 Prozent der benötigten 35 Millionen Dollar (23,7 Millionen Euro) eingegangen, hieß es. (dpa)