Nach der Ankündigung von Senator Cusumano bracht ein Tumult im Senat aus, die Sitzung musste unterbrochen werden. Der UDEUR-Chef im Senat beschimpfte den Parteikollegen als Verräter und machte eine Geste, als würde er auf ihn mit einem Gewehr schießen. Cusumano wurde bespuckt, dann fiel er in Ohnmacht und musste mit einer Liege aus der Versammlung getragen werden. Im Senat war Prodis ohnehin schon hauchdünne Mehrheit von nur einem Sitz am Montag aber nach dem Regierungsaustritt der UDEUR zusammengebrochen. Prodi traf am Vormittag mit Staatspräsident Giorgio Napolitano zusammen, um mit ihm über die zunehmend kritische Lage seiner Regierung zu beraten. In Medienberichten war spekuliert worden, dass Prodi bereits vor der Vertrauensabstimmung am Nachmittag seinen Rücktritt erklären könnte. Dies hätte Napolitano die Möglichkeit gegeben, Prodi mit der Weiterführung der Amtsgeschäfte zu beauftragen. Seine letzte Hoffnung setzte Prodi danach offenbar in die sieben auf Lebenszeit ernannten Senatoren. Am Mittwoch hatten mindestens drei von ihnen erklärten, dass sie nicht bereit seien, die Regierung in der Vertrauensabstimmung zu unterstützen.