netzeitung.deMoskau nimmt British Council als «Geisel»

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Moskaus Außenminister Sergej Lawrow spricht von britischem Kolonialdenken (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Moskaus Außenminister Sergej Lawrow spricht von britischem Kolonialdenken
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Die britische Regierung hat Russland für die Repressionen gegen Mitarbeiter des Kulturinstitutes kritisiert. Das sei «Kolonialdenken», konterte der russische Außenminister Lawrow.

Die britische Regierung hat das Vorgehen der russischen Behörden gegen die Mitarbeiter der Kultureinrichtung British Council als «völlig inakzeptabel» kritisiert. Mehrere Mitarbeiter seien festgenommen und drangsaliert worden, hieß es am Mittwoch in einer Erklärung der Downing Street. Außenminister David Miliband warf Moskau vor, die Kultureinrichtung zur «Geisel» eines diplomatischen Streits zu machen. Die Arbeit des British Councils in Russland stehe in voller Übereinstimmung mit einem Regierungsabkommen von 1994 sowie mit internationalem Recht.

In Moskau warf Außenminister Sergej Lawrow den Briten «Kolonialdenken» vor. Der weitere Betrieb der Regionalbüros des British Councils trotz eines Verbots russischer Behörden zeuge von den «nostalgischen Erinnerungen der Briten an Kolonialzeiten», sagte Lawrow. Moskau beschuldigt London, die Büros ohne Rechtsgrundlage und ohne Steuerzahlungen zu betreiben. Die Niederlassung in St. Petersburg stellte am Mittwoch ihre Arbeit vorläufig ein.

Seit der aufsehenerregenden Ermordung des früheren Geheimdienstmitarbeiters Alexander Litwinenko mit dem radioaktiven Gift Polonium in London im November 2006 ist das Verhältnis beider Länder schwer belastet. London fordert von Moskau die Auslieferung des Mordverdächtigen Andrej Lugowoi. Russland wiederum verlangt die Überstellung des im Londoner Exil lebenden Kremlkritikers Boris Beresowski, gegen den in Moskau mehrere Strafverfahren anhängig sind. (dpa)