Abbas hat hingegen mit der radikal-islamischen Hamas zu kämpfen, die Verhandlungen mit Israel grundsätzlich ablehnt. Die Organisation, die im Januar 2006 die palästinensischen Wahlen gewann, hatte im Juni die Kontrolle im Gazastreifen gewaltsam an sich gerissen. Verhandlungen mit «dem zionistischen Feind» seien von Anfang an zum Scheitern verurteilt, höhnte am Montag ein Sprecher der Gruppierung in Gaza und forderte einen sofortigen Stopp der Gespräche. Der Zentralrat der Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO strebt eine Auflösung des von Hamas dominierten Parlaments und Neuwahlen an, Hamas lehnt dies jedoch strikt ab. Angesichts der Spaltung zwischen den Führungen im Westjordanland und im Gazastreifen stellt sich die Frage, wie man das Autonomiegebiet am Mittelmeer überhaupt in eine künftige Friedensregelung einbinden kann.
Der ehemalige israelische Chefunterhändler Gilad Scher übergab Liwni vor ihrem Treffen mit Kureia das gesammelte Material zu den 2001 gescheiterten Gesprächen im ägyptischen Ferienort Taba. Letztlich sei ganz klar, dass Israel sich von den Palästinensergebieten trennen müsse, sagte er am Montag im israelischen Rundfunk. «Wenn die Gespräche wieder keinen Erfolg haben sollten, dann in einem einseitigen Schritt - aber natürlich ist die bevorzugte Variante im Rahmen eines Friedensabkommens.» (dpa)