14. Jan 2008 10:29
Mit wissenschaftlichen Zwecken begründet Japan das größte Jagdprogramm auf Wale seit Jahrzehnten. Die Umweltorganisation Greenpeace will das nicht hinnehmen.
Die «Nisshin Maru» soll die von den anderen drei Schiffen gejagten und getöteten Wale noch auf Hochsee zerlegen und verarbeiten. Ohne dieses Schiff könne der Walfang nicht aufrechterhalten werden, sagte die Greenpeace-Aktivistin. Ihre Gruppe werde den Druck auf die «Nisshin Maru» weiter aufrechterhalten. Mit Hochdruckpumpen wollen die Umweltschützer außerdem von Schlauchbooten aus eine Wasserwand zwischen Walfänger und Wal erzeugen. So soll den Harpunenschützen die Sicht genommen werden. Ein Sprecher der japanischen Walfangflotte verurteilte die Greenpeace-Aktion als illegal und forderte ein Ende der Störmanöver. In der Vergangenheit sei es wegen der Aktionen von Greenpeace zu Kollisionen von Schiffen gekommen, sagte Glenn Inwood vom Institut für Walforschung in Tokio. «Die Greenpeace-Aktionen sind nach dem Völkerrecht illegal, und es ist an der Zeit, dass die Öffentlichkeit aufhört, Greenpeace als Helden zu behandeln.»
Die japanische Walfangflotte ist im November in Richtung Antarktis aufgebrochen. Die Besatzung der Schiffe will bis zu 50 Finnwale und bis zu 935 Südliche Zwergwale töten. Ursprünglich sollten auch bis zu 50 Buckelwale gejagt werden, aber Tokio beugte sich internationalem Druck und sagte Ende Dezember zu, die Tötung von Buckelwalen einzustellen.
Trotzdem ist es das größte Jagdprogramm seit Beginn der Schutzmaßnahmen der Internationalen Walfangkommission (IWC). Die Ausnahmeregelung wird mit wissenschaftlichen Zwecken begründet. Im Anschluss an die Untersuchungen enden jedoch die meisten der getöteten Wale auf dem Mittagstisch. (nz/AP)