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Neapel revoltiert gegen den Müll

13. Jan 2008 11:23
Eine Stadt versinkt im Müll
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Den Menschen in Neapel stinkt es gewaltig. Tausende haben gegen die Müllkatastrophe in ihrer Stadt protestiert. Auch in Sardinien und Sizilien gab es Proteste wegen Mülls aus Neapel.

In Neapel haben über 10 000 Menschen gegen die stinkenden Müllberge in ihrer Stadt protestiert. Die Demonstranten forderten am Samstagabend lautstark den Rücktritt des Präsidenten der Region Kampanien, Antonio Bassolino. Sie machen ihn für ihre enormen Abfall-Probleme verantwortlich. Bassolino war bis zum Jahr 2000 Bürgermeister von Neapel.

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Gleichzeitig kam es auf Sardinien und Sizilien zu teilweise gewalttätigen Protesten, nachdem zuvor riesige Mengen Müll aus Neapel zur Verarbeitung auf die Mittelmeerinseln gebracht worden waren.

In der sardischen Hauptstadt Cagliari kam es bereits in der Nacht zum Samstag zu Auseinandersetzungen zwischen etwa 1000 überwiegend jungen Demonstranten und der Polizei. Die Gegner der Müllverschiffung von Neapel zur Insel bewarfen Ordnungskräfte mit Abfall, Steinen und Flaschen. Die Polizei setzte dagegen Tränengas und Schlagstöcke ein. Sechs junge Demonstranten seien festgenommen worden, darunter zwei Minderjährige, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Ihnen werden unter anderem Verwüstungen und Widerstand gegen die Staatsgewalt vorgeworfen.

Die Proteste hatten begonnen, nachdem ein erstes Schiff mit 1500 Tonnen Müll aus Neapel Mitte der Woche Kurs auf Sardinien genommen hatte. Auf Sizilien blockierten am Sonntagmorgen rund 100 Anwohner mit ihren Autos die Zufahrtstraßen zu einer Deponie. Ein Schiff hatte 30 mit Müll aus Kampanien beladene Lastwagen auf die Insel gebracht.

Fehlende oder überfüllte Deponien in der Region Kampanien haben dazu geführt, dass sich vor allem in und um Neapel seit Weihnachten der Müll in den Straßen türmt. Mittlerweile gibt es rund 110 000 Tonnen übel riechenden Unrats in der Gegend. Die Regierung von Ministerpräsident Romano Prodi will den Müllnotstand mit einem Maßnahmenpaket in den Griff bekommen. Derzeit verhandeln Schweizer Müllverbrennungsanlagen mit der Stadt Neapel über eine Entsorgung. (dpa)

 
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