Chávez will Farc von Terroristenliste holen
12. Jan 2008 09:37
 |  Chavez bei seiner Rede vor dem Parlament | Foto: AP |
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Venezuelas Staatspräsident Hugo Chávez hat die Freilassung zweier Geiseln der kolumbianischen Guerilla vermittelt. Die Rebellen sollen von Terroristen zu Aufständischen deklariert werden.
Der venezolanische Präsident Hugo Chávez hat die EU und die lateinamerikanischen Staaten aufgefordert, die kolumbianischen Rebellen der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (Farc) aufzuwerten. «Sie sind keine Terroristen, das sind wirkliche Armeen», sagte Chávez in seinem Jahresbericht vor den Abgeordneten in Venezuelas Parlament. Die Farc-Rebellen seien Aufständische und verfolgten ein politisches Ziel, sie suchten soziale Gerechtigkeit. Deswegen müsse sich die Europöische Union dem Druck der USA widersetzen und die Farc von der Liste der Terrororganisationen streichen, sagte Chávez einen Tag nach der Freilassung von Clara Rojas und Consuelo González in Caracas, die Chávez vermittelt hatte.
Der kolumbianisch Präsident Alvaro Uribe bedankte sich bei Chávez zwar für die Vermittlung, schwieg aber später zu Chávez Forderung. Ein enger Berater Uribes, Jose Obdulio Gaviria, sagte aber. «Die Farc setzt Gewalt gegen demokratisch gewählte Regierungen und Zivilpersonen ein.» Damit seien sie in Übereinstimmung mit dem internationalen Recht Terroristen, so Gaviria. Der Innenminister des Andenstaates Carlos Holguín sagte: «Die Regierung kann einen solchen Antrag auf keinen Fall zulassen.» Die FARC würden nicht willkürlich, sondern aufgrund ihrer Aktionen als terroristische Organisation eingestuft.
Hoffnung auf neue Friedensgespräche
Die Freilassung von Rojas und González weckte unterdessen in Kolumbien neue Hoffnung auf eine Wiederbelebung der seit sechs Jahren eingefrorenen Friedensgespräche geweckt. Der konservative Staatschef Uribe erneuerte in einer ersten Reaktion am Donnerstagabend in Bogotá seinen Vorschlag für ein Treffen mit den linksgerichteten Rebellen im Urwald. Dort könne man über den Austausch von Gefangenen zu sprechen. Er sagte, die Farc hätte noch immer 750 verschleppte Kolumbianer in ihrer Gewalt. Uribe betonte jedoch, Frieden sei nur möglich durch eine entschlossene und seine Politik, der demokratische Sicherheitspolitik Linksnationalist Chávez, dessen Beziehungen zu Uribe aus ideologischen Gründen sehr gespannt sind, sagte, er erwarte die baldige Freilassung weiterer Geiseln. Seine Kontakte zur Farc würden fortgesetzt. Uribe und den Farc-Führer Manuel Marulanda rief Chávez auf, neue Wege zum Frieden zu suchen. Ein Frieden in Kolumbien, wo die Farc den Staat seit über 40 Jahren bekämpfen, sei möglich.
Barroso begrüßt Freilassung
EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso begrüßte die Freilassung der beiden Frauen. «Wir hoffen, dass deren Befreiung ein ermutigendes Zeichen ist, dass alle Geiseln, Ingrid Betancourt inbegriffen, bald befreit werden», erklärte er in Brüssel. Die damalige Präsidentschaftskandidatin war gemeinsam mit Rojass verschleppt worden. Sie besitzt neben der kolumbianischen auch die französische Staatsbürgerschaft. Auch EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner rief die Farc auf, auch ihre übrigen Geiseln freizulassen. Frankreichs Regierungschef François Fillon sagte in Paris, die Freilassung sei ein «wichtiges Hoffnungszeichen für die, die noch in Gefangenschaft sind.» (dpa/AP)