11. Jan 2008 16:55
Der Champs Élysées, der Flughafen Charles de Gaulle und jetzt der Eiffelturm: Eine Serie von Terrordrohungen wird von den französischen Sicherheitsbehörden ernst genommen.
Der Aufruf zum Anschlag auf das Pariser Wahrzeichen sei während eines Gesprächs Unbekannter gefallen, das die Kontrolleure in Portugal über Kurzwelle mitgehört hätten. Damit setzt sich eine Serie von jüngsten Terrordrohungen gegen die französische Hauptstadt fort, die seit einer Anschlagsserie von 1995 und 1996 von Attacken mit islamistischem Hintergrund verschont geblieben ist. Die französischen Sicherheitsbehörden sind seit Monaten in erhöhter Alarmbereitschaft. Am 3. Januar wurde im Internet in arabischer Sprache dazu aufgerufen, «die Ambitionen von Staatspräsident Nicolas Sarkozy in den Maghreb-Staaten zu beenden und einen Zusammenbruch der französischen Wirtschaft zu provozieren». Am 5. Januar fingen amerikanische Anti-Terror-Spezialisten eine E-Mail an eine Website ab. Darin wurde zu Anschlägen «auf Paris und seinen Bürgermeister Bertrand Delanoë» aufgerufen, «um Nicolas Sarkozy zu stürzen».
Als Ziele wurden darin die Champs Élysées, der Flughafen Charles de Gaulle sowie das Büroviertel La Défense genannt, wie aus Justizkreisen verlautete. Der Geheimdienst DST nahm vorläufige Ermittlungen auf, der Personenschutz für Delanoë wurde erhöht. Die Drohungen werden in Paris ernst genommen, zumal Heiligabend in Mauretanien vier französische Touristen ermordet wurden. Hinter der Tat wird eine Schläferzelle der Gruppe Al Kaida im Maghreb vermutet. Als Reaktion darauf wurde zum ersten Mal seit 30 Jahren die Rallye Dakar abgesagt.