Umfassende Lösung in Neapels Müllkrise08. Jan 2008 10:42  |  Neue Krawalle wegen Müllkrise | Foto: dpa |
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Nach neuen Krawallen will der italienische Ministerpräsident Prodi eine umfassende Lösung. Die neapolitanische Bürgermeisterin Rosa Russo Iervolino warf ihm unterdessen vor, die Müllkrise zu lange ignoriert zu haben.
Nach neuen Krawallen in Neapel strebt der italienische Regierungschef Romano Prodi nun eine rasche Lösung der Müllkrise in der Hauptstadt Kampaniens an. In einer zweiten Krisensitzung des Kabinetts wollte Prodi am Dienstag ein Maßnahmenpaket schnüren, um der inzwischen 110.000 Tonnen Abfall in der Region südlich von Rom Herr zu werden. In der Nacht war es im neapolitanischen Stadtteil Pianura erneut zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Die Regierung hatte zuvor bekräftigt, eine dortige Mülldeponie wiedereröffnen zu wollen. Die Anwohner befürchten aber gesundheitliche Schäden durch Dioxingase.
Bei einer ersten Krisensitzung am Montag hatte Umweltminister Alfonso Pecoraro Scanio verlangt, das Militär nicht nur den stinkenden Unrat vor den Schulen in Kampanien abtransportieren zu lassen. Prodi erwägt nach einem Bericht der römischen «La Republica» jetzt, einen General als «Superkommissar» nach Neapel zu entsenden und die Soldaten dauerhaft einzusetzen, bis alle Müllberge beseitigt seien. Auf acht Mülldeponien Italiens, darunter drei des Militärs, sollte der Abfall zwischengelagert werden. Außerdem will Rom so schnell wie möglich mindestens zwei Anlagen bauen, in denen Biomasse in zum Beispiel Ökostrom umgewandelt wird.
Neapel kämpft bereits seit mehr als einem Jahrzehnt immer wieder mit dem Müll, der in den vergangenen Wochen erneut nicht weggebracht werden konnte, weil Verwertungsanlagen dafür fehlen. Auch angesichts der Brandstiftungen, Besetzungen und von Demonstranten errichteten Barrikaden hatte Prodi am Montagabend eine «Lösung innerhalb von 24 Stunden» ankündigen lassen. Die neapolitanische Bürgermeisterin Rosa Russo Iervolino warf ihm unterdessen vor, bereits seit Monaten über die üble Lage an Neapels Abfallfront informiert gewesen zu sein. (dpa)
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