netzeitung.deTürkisches Militär geht erneut gegen Kurden vor

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Türkische Militär (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

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Nach eigenen Angaben hat die türkische Luftwaffe in den letzten Tagen rund 200 PKK-Basen im Nordirak bombardiert. In der Südost-Türkei tötete das Militär zudem fünf mutmaßliche PKK-Kämpfer.

Bei einem Einsatz der türkischen Arme gegen kurdische Rebellen sind am Dienstag in der südosttürkischen Stadt Sirnak fünf mutmaßliche PKK-Kämpfer getötet worden. Wie der türkische Generalstabschef Yasar Büyükanit am Abend auf der Webseite des Militärs bekanntgab, waren unter den Getöteten zwei Frauen.

Ebenfalls am Dienstag hatte es nach irakischen Angaben neue Angriffe der türkischen Luftwaffe gegen vermutete Stellungen der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK im Nordirak gegeben. Dabei sei aber lediglich unbewohntes Gebiet getroffen worden, erklärte ein Sprecher der kurdischen Peschmerga-Milizen in Erbil, der Hauptstadt der nordirakischen kurdischen Autonomieregion.

Zuletzt hatte die türkische Luftwaffe am Samstag und Sonntag Ziele im Nordirak bombardiert. Die Angriffe richten sich gegen die PKK, die immer wieder Ziele in der Türkei attackiert und das unzugängliche Berggebiet im angrenzenden Nordirak als Rückzugsraum nutzt. Nach Angaben des türkischen Generalstabschefs Büyükanit sind im Nordirak zwischen dem 16. Dezember und dem vergangenen Samstag mehr als 200 PKK-Ziele bombardiert und 150 bis 175 PKK-Kämpfer «außer Gefecht gesetzt worden».

Die USA und der Irak haben die Türkei aufgefordert, größere Militäroperationen in dem Gebiet zu unterlassen. Sie befürchten, dass die vergleichsweise ruhige Lage in der Region dadurch gefährdet werden könnte. Der Ministerpräsident der autonomen kurdischen Region im Nordirak, Mahmud Barsani, kritisierte das Vorgehen der Türkei. Die wiederholten Angriffe im Nordirak seien nicht akzeptabel, sagte Barsani vor Journalisten in Sulaimanija. «Wir können nicht hinnehmen, dass unsere Dörfer bombardiert und die Bewohner getötet werden.» (dpa/AP)