Pilgeransturm auf Israel
Eindringlich hat der lateinische Patriarch von Jerusalem, Erzbischof Michel Sabbah, die Konfliktparteien im Nahen Osten zur Versöhnung aufgerufen. In seiner Weihnachtspredigt in der Geburtskirche in Bethlehem kritisierte Sabbah zugleich die israelische Besatzung der Palästinensergebiete und die Existenz von «politischen Gefängnissen». An der traditionellen Messe in der Nacht zum 1. Weihnachtsfeiertag nahm auch Palästinenserpräsident Mahmud Abbas teil.
Der 74-jährige Sabbah sagte, Besatzung oder jede andere Form von Unterdrückung könne «mit der Berufung dieses Landes nicht übereinstimmen. Es ist das Land Gottes. Es kann daher nicht für die einen das Land des Lebens, und für die anderen das Land des Todes, des Ausschlusses, der Besatzung oder der politischen Gefängnisse sein.» Alle müssten hier in Würde und Sicherheit leben können.
Eine eindeutige Absage erteilte der Patriarch jeder Form von religiös motiviertem Extremismus. «Gewalt kann sich auf keine Religion berufen.» Die religiösen Führer sollten die Gläubigen «auf den Wegen der Gerechtigkeit, des Rechts, der Vergebung» bestärken.
Nachdrücklich rief Sabbah die Christen trotz aller Schwierigkeiten auf, im Land zu bleiben: «Ihr habt einen Platz hier, mehr noch, eine Berufung: die Berufung, Christ zu sein, hier im Lande Jesu». «Unsere Gegenwart hier ist bleibendes Zeugnis für die universale Berufung dieses Landes, Land Gottes, Land für die drei Religionen und die zwei Völker, die hier leben», betonte Sabbah. (nz/AP)

