netzeitung.deGenügend Beweise gegen ANC-Chef Zuma

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Der neu gewählte ANC-Chef Jacob Zuma (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Der neu gewählte ANC-Chef Jacob Zuma
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In Südafrika droht dem umstrittenen neuen Chef der Regierungspartei ANC eine Anklage wegen Korruption. Zuma weist jegliche Vorwürfe von sich, doch der Generalstaatsanwalt will neues Beweismaterial vorlegen.

Dem neuen Führer der südafrikanischen Regierungspartei ANC, Jacob Zuma, droht neues Ungemach. Die Generalstaatsanwaltschaft NPA hat genügend Beweise, um gegen den neu gewählten Parteichef wegen Korruption gerichtlich vorzugehen, wie der britische Sender BBC News am Donnerstag berichtete.

Einem regionalen Radiosender sagte Chefankläger Mokotedi Mpshe demnach, eine endgültige Entscheidung stehe unmittelbar bevor. Die Ermittlungen seien bereits abgeschlossen, jetzt «müssen nur noch die losen Enden verknüpft werden».

Die Staatsanwaltschaft wirft Zuma vor, von der französischen Rüstungsfirma Bestechungsgelder in Höhe von vier Millionen Rand (rund 400.000 Euro) kassiert zu haben. Der 65-Jährige weist jedoch jegliche Anschuldigungen von sich. Einer seiner Berater wurde in diesem Zusammenhang bereits zu 15 Jahren Haft verurteilt.

Der umstrittene Politiker Zuma hatte sich am Dienstag in einer Kampfabstimmung deutlich gegen den bisherigen ANC-Vorsitzenden und amtierenden Staatspräsidenten Thabo Mbeki durchgesetzt. Als Chef der Regierungspartei, die eine breite Unterstützung in der südafrikanischen Bevölkerung genießt, hat Zuma nun auch gute Chancen auf das Amt des Staatsoberhauptes.

Neue Beweise gegen Zuma
Staatschef Mbeki hatte Zuma im Jahr 2005 als Vize-Präsident des Landes gefeuert, nach Hinweisen auf eine mögliche Verstrickung in einen Korruptionsskandal. Im Zuge dieser Affäre war Zumas früherer Finanzberater Schabir Shaik verurteilt worden. Die Vorwürfe gegen Zuma wurden im vergangenen Jahr fallengelassen, nun hat die NPA jedoch neue Beweise gesammelt.

Zuma kündigte an, erst dann von seinen politischen Ämtern zurückzutreten, wenn ein rechtskräftiges Gerichtsurteil vorliegt. Seine Anhänger kritisieren, die Ermittlung sei eine von Mbeki initiierte Verschwörung. Zumas Verbündeter, der ANC-Schatzmeister Mathews Phoso, nannte die drohenden Klage gegen den neu gewählten Parteichef «eine Wolke, die von den Scorpions gelenkt wird». Die so genannten Scorpions - eine Eliteeinheit der südafrikanischen Polizei - unterstehen direkt der Generalstaatsanwaltschaft. Die hochqualifizierte Ermittlergruppe ist für ihre spektakulären Erfolge bekannt.

Mbeki hatte im September den Direktor der NPA, Vusi Pikoli, überraschend suspendiert und Mbshe als dessen Nachfolger bestimmt. Die offizielle Begründung lautete, das Vertrauensverhältnis zwischen Pikoli und der Justizministerin sei zerrüttet. Mbekis Widersacher vermuten indes, dass Pikoli vor allem deshalb gehen musste, weil die NPA noch immer keine Anklage gegen Zuma erhoben hatte. (nz)