20. Dez 2007 10:43
Südkoreas künftiger Präsident Lee will den Druck auf das kommunistische Nachbarland erhöhen. Nordkorea müsse sein Atomwaffenprogramm einstellen - dann könne eine neue «Ära der Zusammenarbeit» beginnen.
«Fürsorgliche Kritik kann die nordkoreanische Gesellschaft sogar gesünder machen», meint Lee. Er warf der Regierung in Seoul vor, Kritik an der Führung Nordkoreas vermieden zu haben. Zugleich rief Lee das Nachbarland auf, sein Atomwaffenprogramm komplett abzubauen. Die Beseitigung der Atomwaffen könne eine neue «Ära der Zusammenarbeit» zwischen Süd- und Nordkorea eröffnen. Lee hatte im Wahlkampf eine gründliche Überprüfung der Annäherungspolitik von Präsident Roh Moo Hyun gegenüber Pjöngjang angekündigt. Er hatte jedoch zugleich versichert, die humanitäre Hilfe und den Dialog fortsetzen zu wollen, solange sich der Norden an seine Zusagen zur atomaren Abrüstung hält.
Lee hatte die Wahl am Mittwoch klar gewonnen. Nach Angaben der staatlichen Wahlkommission stimmten für den früheren Bürgermeister von Seoul 48,7 Prozent der Wähler. Auf seinen schärfsten Rivalen Chung Dong Young von der regierungsnahen Vereinigten Neuen Demokratischen Partei entfielen 26,1 Prozent. Mit dem Sieg Lees wurden die Weichen für einen Machtwechsel nach fast zehn Jahren Regierung unter liberalen Präsidenten gestellt. Die Amtsübernahme erfolgt Ende Februar. (dpa)