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Pragmatik ist Hillary Clintons Leidenschaft

31. Dez 2007 08:24
Präsidentschaftskandidatin der US-Demokraten: Hillary Clinton
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Hillary Clinton strebt mit aller Macht zurück ins Weiße Haus. In der eigenen Partei geht indes die Angst um, die Wähler könnten sie mit den Skandalen ihres Mannes identifizieren.

Als First Lady wurde Hillary Clinton von Kritikern als heimliche Vizepräsidentin bezeichnet. Jetzt strebt sie zurück ins Weiße Haus - mit dem ehrgeizigen Ziel, die erste Präsidentin der USA zu werden. Die Powerfrau der Demokraten gilt als Favoritin im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur ihrer Partei, wenngleich der Vorsprung zu ihrem Senatskollegen und schärfsten Konkurrenten Barack Obama kurz vor Beginn der Vorwahlen deutlich geschmolzen ist.

Die Senatorin von New York polarisiert immer noch wie zu Zeiten als First Lady an der Seite ihres Mannes Bill Clinton, wo sie mit ihrer selbstbewussten Art so gar nicht in das Bild passen wollte, das viele von der Frau einen Präsidenten haben. Clinton wird auch heute noch mit Attributen wie kalt, berechnend, selbstgerecht und bisweilen sogar fanatisch versehen.

Clinton will Ergebnisse sehen

Kritiker in der eigenen Partei befürchten, eine Kandidatin Clinton könnte von den Wählern mit den Skandalen aus der Amtszeit ihres Mannes identifiziert werden und damit die Chancen auf die Rückeroberung des Weißen Hauses bei der Wahl im November 2008 schmälern. Clinton selbst sieht sich als eine pragmatische Politikerin, die vor allem Ergebnisse sehen will. «Das ist eine Leidenschaft, die ich an jedem einzelnen Tag mit mir trage», sagte sie kürzlich bei einem Wahlkampfauftritt in Iowa. Der Preis dafür sei, dass sie manchmal den Eindruck mache, sehr berechnend zu sein.

Ihr Hauptrivale Obama warf Clinton etwa vor, sie führe einen kalkulierten Wahlkampf, erläutere aber nicht ihre politische Haltung. Auf Kritik in den eigenen Reihen stößt auch, dass sie sich von ihrer anfängliches Zustimmung zum Irak-Krieg nicht distanziert habe.

Nicht nur die Frau an der Seite eines Mannes

Clinton, die am 26. Oktober 1947 als Hillary Diane Rodham geboren wurde und in einem vornehmen Vorort von Chicago im Staat Illinois aufwuchs, hat sich nie leicht in überkommene Rollenmuster einordnen lassen. Im Leben der gelernten Juristin hat es immer wieder Brüche und Widersprüche gegeben. So engagierte sich die Tochter einer liberalen Mutter und eines streng konservativen Vaters als Jugendliche im Präsidentschaftswahlkampf 1964 für den erzkonservativen Republikaner Barry Goldwater, nur vier Jahre später unterstützte sie den linksliberalen Demokraten Eugene McCarthy.

Mit der bloßen Rolle der Frau an der Seite ihres Mannes, den sie 1975 geheiratet hat, gab sie sich nie zufrieden - was auch der Aufbau einer eigenen politischen Karriere als bislang einzige frühere First Lady zeigt. Als Bill Clinton Gouverneur von Arkansas war, arbeitete sie als Rechtsanwältin und wurde Teilhaberin einer Anwaltskanzlei. Zwei Mal wurde sie damals von einer Fachzeitschrift in den Kreis der hundert einflussreichsten Anwälte gewählt.

Lewinsky-Affäre - eine harte Probe

1974 war die damals frischgebackene Juristin im Zusammenhang mit der Watergate-Affäre an den Untersuchungen gegen den seinerzeitigen Präsidenten Richard Nixon beteiligt. Manche meinen, das mehr als zwei Jahrzehnte später von den Republikanern gegen Präsident Clinton betriebene Amtsenthebungsverfahren wegen der Lewinsky-Affäre sei eine späte Rache dafür gewesen. Die Affäre ihres Mannes mit der Praktikantin des Weißen Hauses Monica Lewinsky, die den Präsidenten beinahe das Amt gekostet hätte, hat die Ehe des Paares auf eine harte Probe gestellt, wenngleich Bill Clinton schon vorher Affären mit anderen Frauen hatte.

In dieser Zeit entschied sich Hillary Clinton für eine eigene politische Karriere. In ihrem Buch «Gelebte Geschichte» schreibt sie dazu: «Die beiden schwierigsten Entscheidungen, die ich in meinem Leben zu treffen hatte, waren: mit Bill verheiratet zu bleiben und in New York für den Senat zu kandidieren.» (Wolfgang Künzel/AP)

 
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