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Obama verspürt «tief im Innern eine Vision»

31. Dez 2007 08:24
Hoffnungsträger der US-Demokraten: Präsidentschaftskandidat Barack Obama
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Über Nacht avancierte Barack Obama zum Hoffnungsträger der US-Demokraten: «Er ist jung, unverbraucht und hochinteressant», schwärmen Parteikollegen. Zu unerfahren, bemängeln dagegen seine Gegner.

Mit einer einzigen Rede auf dem Wahlparteitag 2004 wurde der damalige Senatskandidat Barack Obama aus Illinois zum neuen Star der US-Demokraten. Mittlerweile sitzt der 46-jährige Politiker seit drei Jahren im Senat in Washington - und er will erster Präsident der Vereinigten Staaten mit dunkler Hautfarbe werden.

Im Kampf um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten liefert sich Obama kurz vor Beginn der Vorwahlen ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der favorisierten New Yorker Senatorin Hillary Clinton. Obama präsentiert sich als Vertreter einer neuen Generation, die die Aufgabe habe, die USA zu verändern. Als seine politischen Ziele nennt er den Umbau der Wirtschaft zur Anpassung an das digitale Zeitalter, eine Verringerung der Abhängigkeit von ausländischem Öl, mehr Investitionen in Bildung, eine bessere Krankenversorgung, die Beendigung der Armut und den Kampf gegen den Terrorismus und ein Ende des Irak-Kriegs.

Ein-Mann-Schmelztiegel

Der politisch talentierte und charismatische Absolvent der Harvard Law School hat einen ungewöhnlichen Lebensweg hinter sich. Der Sohn eines Kenianers und einer Amerikanerin wurde am 4. August 1961 in Honolulu auf Hawaii geboren. Obamas Vater studierte einige Jahre in den USA. Seine Mutter kommt aus Kansas im Mittleren Westen und zog später nach Hawaii. Dort lernte sich das Paar kennen und heiratete. Die Ehe hielt jedoch nicht lange und wurde geschieden, als Obama zwei Jahre alt war.

Nachdem seine Mutter in zweiter Ehe einen indonesischen Ölmanager geheiratet hatte, lebte der junge Obama vier Jahre in Indonesien und kehrte dann mit etwa zehn Jahren zu seinen Großeltern nach Hawaii zurück, wo er eine Privatschule besuchte. In Anspielung auf sein Leben in verschiedenen Kulturen bezeichnete sich Obama einmal als amerikanischer Ein-Mann-Schmelztiegel, der die rassischen und kulturellen Grenzen überspannt. Und mit Blick auf seine Eltern meinte er scherzhaft: «Mein Name stammt aus Kenia und mein Akzent aus Kansas.» Barack steht übrigens in Kisuaheli für «von Gott gesegnet».

Jung und unverbraucht

Nach seinem Jurastudium arbeitete Obama in einer kleinen Kanzlei in Chicago, die sich auf Bürgerrechte spezialisiert hat. Anders als viele andere afroamerikanischen Politiker ist Obama aber nicht in der Bürgerrechtsbewegung der Schwarzen verwurzelt. Er gehört zu einer neuen Generation schwarzer Politiker, die inzwischen von den Errungenschaften des Bürgerrechtskampfes in den 50er und 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts profitiert. «Obama ist in einer einzigartigen Position - er ist jung, unverbraucht, hochinteressant und hat die Fähigkeit, die Partei aufzurütteln», sagt die demokratische Parteifunktionärin Donna Brazile, die schon im Präsidentschaftswahlkampf von Al Gore vor sieben Jahren mitgearbeitet hat. Kritiker halten Obama hingegen vor, er sei für das Präsidentenamt noch zu unerfahren. Schließlich stehe er erst seit drei Jahren auf dem politischen Parkett in Washington.

Vor seiner Tätigkeit als US-Senator gehörte Obama acht Jahre dem Senat des Staates Illinois an. Den Kritikern hielt Obama bereits bei der Ankündigung seiner Präsidentschaftsbewerbung im Februar selbstbewusst entgegen, er habe nicht lange damit zugebracht, die Gepflogenheiten in Washington kennenzulernen. «Aber ich war lange genug dort um zu erkennen, dass sich die Gepflogenheiten Washingtons ändern müssen.» Zu seinen Vorstellungen vom Präsidentenamt sagte Obama einmal: «Dies ist ein Amt, um das man sich nicht einfach aus Ehrgeiz bewirbt. Man muss tief im Innern spüren, dass man eine Vision hat, für die sich der Einsatz lohnt.» (Christopher Wills/AP)

 
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