13. Dez 2007 19:22
«Aus diesem alten Kontinent wird ein neues Europa geboren.» Nicht nur Kommissionspräsident Barroso hat sich euphorisch über die Bedeutung des Vertrags von Lissabon geäußert.
Die Staats- und Regierungschefs feierten den Erfolg und fanden überschwängliche Worte für die Zukunft der EU: «Der Vertrag ist eine neue Etappe im Abenteuer Europa», sagte Portugals Regierungschef José Sócrates, derzeit EU-Ratsvorsitzender. Kommissionspräsident José Manuel Barroso sagte: «Aus diesem alten Kontinent wird ein neues Europa geboren.» Bundeskanzlerin Angela Merkel betonte: «Dies ist ein wichtiger Tag für Europa.» Künftig werde sich die EU einheitlicher darstellen. «Es werden die Voraussetzungen geschaffen, dass der Vertrag überall ratifiziert werden kann», sagte sie. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) betonte, dass Europa durch den Vertrag transparenter und demokratischer werde.
Bereits vor der Unterzeichnung gab es viel Lob für Merkel. Als EU-Ratsvorsitzende hatte sie im Juni genaue Vorgaben für die abschließenden Verhandlungen durchgesetzt und die meisten Streitpunkte ausgeräumt. «Dieser Prozess war nur wegen des Einsatzes von Angela Merkel erfolgreich, die das Mandat erwirkt hat, ohne das alles nicht möglich gewesen wäre», sagte Sócrates. Barroso sprach von einem «außergewöhnlichen Beitrag» der Deutschen.
Der Vertrag tritt an die Stelle der EU-Verfassung, deren Entwurf 2005 bei Volksabstimmungen in Frankreich und den Niederlanden gescheitert war. Die Stimmgewichte im Rat werden verändert, es gibt mehr Entscheidungen mit Mehrheit, eine Art Außenminister soll künftig über einen eigenen diplomatischen Dienst verfügen. Europaparlament und nationale Parlamente bekommen mehr Mitwirkungsrecht bei EU-Entscheidungen.