12. Dez 2007 21:00
Bei der Klimakonferenz auf Bali gibt es kaum Bewegung, noch immer liegen die Positionen der einzelnen Länder weit auseinander. Der Träger des Friedensnobelpreises, Al Gore, machte den USA schwere Vorwürfe.
Beim zentralen Streitpunkt über die Klimaziele der Industrieländer gab es jedoch keine Einigung, wie der Chef des UN-Klimasekretariats, Yvo de Boer, sagte. Deutschland und die USA bekräftigten lediglich ihre unvereinbaren Positionen. Umweltminister Sigmar Gabriel plädierte erneut dafür, dass sich die Industrieländer zu einer Verringerung ihrer Klimagase um 25 bis 40 Prozent Minderung bis 2020 bekennen. «Ich brauche kein Papier aus Bali, in dem nur steht, dass wir uns nächstes Jahr wieder treffen», sagte Gabriel. US-Unterhändler Harlan Watson bekräftigte jedoch: «Das Geschäft läuft doch so, dass, wenn man erstmal Zahlen in einem Text hat, das eine Vorentscheidung für das Ergebnis ist.» Verständnis für die Haltung zeigte UN-Generalsekretär Ban. Vielleicht sei die Festlegung auf 25 bis 40 Prozent Minderung derzeit noch «zu ambitioniert» und müsse später ausgehandelt werden.
UN-Klimachef de Boer sagte, neben der Debatte über die Ziele gebe es noch drei weitere wichtige Streitpunkte. Dazu gehört die Frage, wie arme Länder von reichen Klimaschutztechnologie bekommen, wie die Anpassung und der Klimaschutz in Entwicklungsländern bezahlt wird und in welcher Form die Verhandlungen für das geplante neue Klimaabkommen geführt werden. Auch sei formal noch kein Konsens erreicht, dass überhaupt verhandelt werden soll.
Der Friedensnobelpreisträger Al Gore warf der US-Regierung eine Blockade der Verhandlungen der Weltklimakonferenz vor. Er hoffe jedoch weiter auf einen Durchbruch, sagte der ehemalige US-Vizepräsident. Bislang scheinen die USA «jeden Fortschritt auf Bali verhindern zu wollen». Umweltgruppen äußerten ebenfalls scharfe Kritik am Stillstand der Verhandlungen. «Regierungen haben sich in Schlüsselfragen quer gestellt oder blockieren sie ganz», erklärte Greenpeace-Sprecherin Stephanie Tunmore.