Dutzende Tote nach Explosionen in Algier
Ein UN-Sprecher sagte in Genf, es sei noch nicht klar, für welche Organisationen die getöteten Mitarbeiter gearbeitet hätten. APS meldete, unter den Toten seien auch Insassen eines Schulbusses, der bei einer Explosion getroffen worden sei. Neben dem UNHCR im Wohnviertel Hydra liegt auch das Büro des UN-Entwicklungsprogramms. Die beiden Autobomben waren am Morgen im Abstand von zehn Minuten explodiert. Das algerische Fernsehen zeigte Bilder eines Gebäudes, das bis auf das Betongerüst zerstört war. Algerien befindet sich seit 1992 im ständigen Konflikt mit islamischen Fundamentalisten. Damals stand deren Islamische Heilsfront (FIS) bei einer Parlamentswahl kurz davor, die Regierungsmehrheit zu erringen. Die Wahl wurde aber von den Streitkräften für ungültig erklärt, die Fundamentalisten gingen in den Untergrund. Bei Anschlägen, Überfällen und Kämpfen mit Polizei und Soldaten kamen seitdem nach Schätzungen 200.000 Menschen ums Leben.
Nach Angaben des französischen Geheimdienstes haben sich Menschen aus ganz Nordafrika der neuen Organisation angeschlossen. Erst am 6. September hatten Selbstmordattentäter in der östlichen Stadt Batna 22 Menschen getötet, zwei Tage später waren bei Bombenanschlägen auf eine Kaserne der Küstenwache in Dellys 26 Menschen ums Leben gekommen. Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy, der vergangene Woche auf Staatsbesuch in Algerien war, drückte seinem algerischen Kollegen Bouteflika am Dienstag sein Beileid aus. Er verurteilte «diese barbarischen und feigen Taten». «Ich bin erschüttert über diese ruchlosen Anschläge auf Zivilisten», erklärte EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner in einer Pressemitteilung. Sie hoffe, dass die Verantwortlichen für diese furchtbare Tat zur Rechenschaft gezogen würden. (AP)

